HomeStars & PromisEurovision Song ContestKanzler Stocker: „Israel auszuschließen wäre ein fataler Fehler“

Kanzler Stocker: „Israel auszuschließen wäre ein fataler Fehler“

Nach dem Sieg von JJ in Basel wird der 70. Eurovision Song Contest 2026 in Wien stattfinden. Die Teilnahme Israels sorgt im Vorfeld für heftige Debatten – Bundeskanzler Christian Stocker bezieht klar Stellung.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich klar gegen einen Ausschluss Israels vom kommenden Eurovision Song Contest ausgesprochen. „Ich würde es für einen fatalen Fehler halten, Israel auszuschließen. Schon aufgrund unserer Geschichte würde ich das niemals befürworten“, erklärte der Kanzler im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Damit spielte Stocker auf die Mitverantwortung Österreichs am Holocaust an.

Auch die kürzlich vereinbarte Waffenruhe im Gazastreifen habe laut dem Kanzler die Situation verändert. Ein Boykott israelischer Künstler:innen aufgrund ihrer Herkunft sei für ihn undenkbar.

Unterstützung auch von ORF und Stadt Wien

Neben dem Kanzler sprachen sich auch ORF-Generaldirektor Roland Weißmann und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig für eine Teilnahme Israels aus. Weißmann betonte im Interview mit der Krone: „Der ORF ist unmissverständlich für die Teilnahme des öffentlich-rechtlichen israelischen Rundfunks KAN beim Song Contest. Dafür werbe ich und werde das auch weiterhin tun – vor allem mit Blick auf die Geschichte Österreichs.“

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Gerüchte, wonach die ÖVP Druck auf den ORF ausübe, im Falle eines israelischen Ausschlusses als Gastgeber zurückzutreten, wies Weißmann indirekt zurück: „Mit der Teilnahme am ESC ist die Austragung des nächsten ESC im Falle des Sieges inkludiert. Verträge gelten.“

ESC soll unpolitisch bleiben

Weißmann betonte erneut, dass der Song Contest keine politische, sondern eine musikalische Veranstaltung sei. Er rief dazu auf, sich auf die Ursprungsidee „United by Music” zu besinnen.

Die European Broadcasting Union (EBU) wird im Dezember endgültig darüber entscheiden, ob Israel in Wien antreten darf. Eine für November geplante Abstimmung wurde nach dem Waffenstillstand im Gazastreifen abgesagt. Stattdessen soll bei der regulären Generalversammlung am 10. Dezember diskutiert werden.

Boykottdrohungen und internationale Reaktionen

Mehrere Länder, darunter Spanien, die Niederlande und Irland, drohen damit, den ESC 2026 zu boykottieren, sollte Israel daran teilnehmen. Sie werfen dem Land vor, für das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung verantwortlich zu sein.

Unterdessen sprach sich auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen einen Ausschluss Israels aus. „Ich halte es für einen Skandal, dass darüber überhaupt diskutiert wird. Israel gehört dazu“, zitierte Der Spiegel den Bundeskanzler.

Wien bereitet sich auf den Heim-ESC vor

Der 70. Eurovision Song Contest findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt. Als Gastgeberland ist Österreich automatisch für das Finale qualifiziert. Der heimische Act wird in der Castingshow „Vienna Calling” am 20. Februar ermittelt.

Wie schon 2015 wird auf dem Rathausplatz das „Eurovision Village” errichtet, während im Rathaus selbst die Eröffnungszeremonie sowie der „Euro Club” stattfinden sollen. Insgesamt werden wieder rund 170 Millionen Zuschauer:innen weltweit erwartet.

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