Frankfurt am Main wird 2028 Gastgeber der EuroGames sein. Nach der Entscheidung der European Gay and Lesbian Sports Federation (EGLSF) kehrt das queere Multisport-Event damit zum zweiten Mal in die Mainmetropole zurück. Zuletzt war die Stadt 1995 Austragungsort. Wie das Sportamt Frankfurt mitteilte, sollen über vier Tage hinweg rund 4000 Teilnehmende in 20 Disziplinen antreten.
Vielfalt im Sport und in der Stadt
Die EuroGames sind ein offenes Sportereignis für alle. Sportbegeisterte können unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung oder ihrem Leistungsniveau teilnehmen. Geplant sind Wettkämpfe in Disziplinen wie Badminton, Leichtathletik, Tennis, Fußball, Volleyball und gleichgeschlechtlichem Tanzen.
„Sportlicher Wettkampf und demokratische Werte gehen Hand in Hand. Wir machen uns stark für eine offene Gesellschaft, für Solidarität und für einen Sport, der alle mitnimmt“, erklärte das Sportamt Frankfurt auf Instagram. Unter dem Motto „Sport, Demokratie und Freiheit“ soll die Veranstaltung mehr sein als ein sportliches Highlight – sie soll ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt setzen.
Verbindung mit CSD und Stadtfest
Neben den Wettkämpfen ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant. Laut der Stadt Frankfurt soll es eine enge Verknüpfung mit dem Christopher Street Day (CSD) 2028 geben. Zudem wird rund um den Römer ein öffentliches Fest mit kulturellen und musikalischen Darbietungen vorbereitet.
Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef (SPD) betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Austragung: „Eine klare Haltung für Freiheit und die aktive Ermutigung zu Vielfalt sind heute wichtiger denn je. Wir möchten allen Frankfurterinnen und Frankfurtern zeigen: Queere Menschen gehören selbstverständlich dazu – im Sport, in unserer Stadt, im Herzen Europas.“
Ein Erfolg für queeren Sport in Deutschland
Mit der Vergabe an Frankfurt kommt die größte LGBTI-Sportveranstaltung Europas nach über 20 Jahren wieder nach Deutschland. Zuletzt fanden die EuroGames im Jahr 2004 in München statt. Die für 2020 geplante Austragung in Düsseldorf fiel der Pandemie zum Opfer.
Die EuroGames werden jährlich von der EGLSF, einem Zusammenschluss von mehr als 130 queeren Sportvereinen in Europa, vergeben. In den vergangenen Jahren waren Bern (2023), Wien (2024) und Lyon (2025) Gastgeber. Im Jahr 2026 pausiert die Veranstaltung zugunsten der Gay Games in Valencia.
Die Frankfurter Bewerbung wurde vom FVV, einem der größten schwul-lesbischen Sportvereine Europas mit über 800 Mitgliedern, sowie vom Verein Artemis Sport unterstützt. Nach einem einjährigen Bewerbungsprozess setzte sich Frankfurt knapp gegen andere europäische Städte durch. Ein genaues Veranstaltungsdatum für den Sommer 2028 steht noch nicht fest.

