HomeSzeneWienFPÖ kritisiert queere Senioren-WG der Volkshilfe

FPÖ kritisiert queere Senioren-WG der Volkshilfe

Die Wiener FPÖ kritisiert das neue Wohnprojekt für queere Seniorinnen als „unfaire Förderung“. Stattdessen fordert die Partei ein Gratis-Öffi-Ticket für alle älteren Wienerinnen.

Die Eröffnung der ersten queeren Senioren-WG Wiens durch die Volkshilfe stößt bei der FPÖ Wien auf scharfe Kritik. Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Paul Stadler bezeichnet sie als „massiv geförderte Wohnform auf Kosten der Allgemeinheit“, die seiner Meinung nach andere Senior:innen benachteiligt.

„Während sich zahlreiche Mindestpensionist:innen in Wien das Leben kaum mehr leisten können, nicht wissen, wie sie heizen sollen und am Ende des Monats zu wenig Geld übrig haben, um sich täglich eine warme Mahlzeit zu leisten, eröffnet die Volkshilfe eine queere Senioren-WG zum Spartarif“, ärgert sich Stadler in einer Aussendung.

FPÖ sieht Bevorzugung von queeren Personen

Konkret bezieht sich Stadler auf Angaben, wonach die monatliche Miete in der WG maximal 780 Euro beträgt – inklusive Energie-, Reinigungs- und Betreuungskosten sowie WLAN. Diese Summe sei für viele andere Senior:innen in Wien unerschwinglich, so Stadler. Er kritisiert, dass das Projekt mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird, obwohl sich queere Menschen aus seiner Sicht im Alter nicht durch besondere Bedürfnisse von anderen unterscheiden.

„Es ist jedem unbenommen, in eine WG mit seinesgleichen zu ziehen“, sagt Stadler, der als Bezirksvorsteher von der Simmeringer Bevölkerung abgewählt wurde. „Dies allerdings auf Grund sexueller Ausrichtung so dermaßen gefördert zu bekommen, ist geradezu unanständig.“ Die Stadt Wien solle sämtliche Fördermittel für das Projekt einstellen – ohne zu sagen, wie hoch diese sein sollen.

FPÖ fordert stattdessen Gratis-Öffi-Tickets 

Stattdessen fordert die FPÖ kostenlose Öffi-Tickets für alle Senior:innen. Diese könnten mit den Mitteln für die queere WG finanziert werden, behauptet Stadler – ohne das in seiner Aussendung zu belegen.

Von der Stadt Wien oder der Volkshilfe gibt es keine Stellungnahme zu den Behauptungen der FPÖ. Volkshilfe-Geschäftsführerin Tanja Wehsely hat bei der Präsentation der WG aber betont, dass Inklusion heute selbstverständlich ist: „Wir diskutieren das nicht mehr. Das gibt es jetzt einfach – das ist Standard.“

Das Projekt wurde von der Stadt Wien in Zusammenarbeit mit der Volkshilfe umgesetzt und entstand auf Initiative eines queeren Senior*innentreffs im Bezirk Mariahilf.

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