HomeMagazinKultur Elska zeigt Akureyris queere Vielfalt in neuer Island-Ausgabe

[Galerie] Elska zeigt Akureyris queere Vielfalt in neuer Island-Ausgabe

Die 55. Ausgabe des unabhängigen Magazins präsentiert intime Porträts realer Männer aus Islands Norden und verbindet Fotografie, Alltag und Körpervielfalt.

Die neue Ausgabe des schwulen Fotomagazins Elska führt nach Akureyri, einer Kleinstadt am Rande des nördlichen Polarkreises. Herausgeber Liam Campbell reiste zum zweiten Mal seit 2016 nach Island, um dort queere, trans und schwule Männer zu porträtieren. Er sagt: „Island lag mir schon immer sehr am Herzen. Meine erste Solo-Reise mit 18 führte mich hierher.“ 

Campbell beschreibt, wie ihn die offene Gesellschaft auf der Insel damals ermutigte, sich zu outen, und wie ihn die Landschaft zur Fotografie brachte. Die aktuelle Ausgabe zeigt diese persönliche Verbindung deutlich und präsentiert Menschen, deren Alltag vom rauen Klima, kleinen Strukturen und großer Gastfreundschaft geprägt ist.

Akureyri als Bühne für intime Begegnungen

Für die Aufnahmen suchte Campbell nicht nach Models, sondern nach Menschen, die bereit waren, ihr Leben mit ihm zu teilen. Er fand sie schneller als erwartet. „Man warnte mich, dass ich in einer Stadt mit kaum 20.000 Einwohner:innen nicht genug Leute finden würde“, erinnert er sich. „Doch die Ergebnisse waren triumphierend.“ 

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Die Teilnehmer wurden sowohl in ihren Wohnungen als auch in den Straßen Akureyris fotografiert. Einige posierten in der eisigen Winterlandschaft rund um den Fjord Eyjafjördur. Das Magazin kombiniert diese Bilder mit Texten der Männer, in denen sie von ihrer Identität, ihrer Herkunft und ihren persönlichen Herausforderungen erzählen.

Vielfältige Körperbilder im Mittelpunkt

Campbell betont, wie wichtig ihm ein ehrlicher Zugang ist. Seine Porträts zeigen Körper abseits gängiger Schönheitsnormen. „Wir wollten reale Menschen zeigen – mit echten Körpern und echten Momenten“, erklärt er.

Zu seinen Erinnerungen aus Akureyri gehören ein Fotoshooting mit einem schwulen Bauern, sein erster vollständig nackter Transmann und sein erstes Dreier-Shooting. Die Mischung aus Amateurfotografie und Nähe erzeugt eine dokumentarische Atmosphäre, für die Elska seit 2015 steht.

So lebt es sich queer in einer isländischen Kleinstadt

Elska setzt bewusst auf Vielfalt. Die Männer dieser Ausgabe stehen für unterschiedliche Identitäten und Körpertypen. Damit widerspricht Campbell den oft makellosen Körpern anderer Hochglanz-Schwulenmagazine. Die Teilnehmer, auch „Elskans“ genannt, erzählen, wie es ist, queer in einer kleinen Stadt zu leben. Sie berichten von Akzeptanz, aber auch von der Bedeutung, sichtbar zu sein.

Die Texte im Magazin ergänzen die Fotoserien. Sie schildern Campbells Reise, seine Begegnungen und die Zeit, die er mit den Männern verbracht hat. Campbell schreibt über kleine Momente, wie Gespräche über Musik oder Essen, aber auch darüber, wie es ist, im Winter fast rund um die Uhr Dunkelheit zu erleben.

Ein internationales Magazin mit lokalem Zugang

Elska erscheint alle zwei Monate und widmet jede Ausgabe einer anderen Stadt. Die Mischung aus Kunst, Alltag und Queerness hat dem Magazin seit 2015 eine internationale Leserschaft eingebracht. Die neue, 164 Seiten starke Akureyri-Ausgabe kann über die Website des Magazins bestellt werden – als Printversion, als E-Zine oder im Bundle mit dem Bonus-Heft Elska Ekstra. Dieses zusätzliche Zine enthält weitere Bilder, Outtakes und Geschichten von Männern aus Island.

Information

Die aktuelle Ausgabe von Elska kann über die Homepage des Magazins bestellt werden.

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