HomeGesundheitHIV/AidsKampf gegen HIV weltweit gefährdet: UNAIDS warnt vor Rückschritten

Kampf gegen HIV weltweit gefährdet: UNAIDS warnt vor Rückschritten

Das UN-Programm UNAIDS schlägt Alarm: Finanzierungsengpässe und politische Krisen bringen das Ziel, AIDS bis 2030 zu beenden, in Gefahr. Auch zentrale Gesundheitsrechte geraten unter Druck.

Am 1. Dezember macht die Welt mit dem Welt-AIDS-Tag auf die Situation von Menschen mit HIV aufmerksam. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto der UNO: „Overcoming disruption, transforming the AIDS response“. Doch der internationale Kampf gegen HIV gerät zunehmend ins Wanken.

Laut aktuellen Zahlen des UN-Programms UNAIDS leben weltweit rund 39,9 Millionen Menschen mit HIV. Allein im Jahr 2023 kam es zu rund 1,3 Millionen Neuinfektionen. Dabei gäbe es heute die medizinischen Möglichkeiten, neue Infektionen weitgehend zu verhindern. Stattdessen drohen Rückschritte: Internationale Finanzierungsprobleme, geopolitische Instabilität und ausbleibende Beiträge wichtiger Staaten – allen voran der USA – gefährden die globale HIV-Strategie massiv.

UNAIDS warnt vor Millionen neuer Infektionen

Laut UNAIDS könnten ohne zusätzliche Mittel bis 2029 bis zu neun Millionen Menschen neu mit HIV infiziert werden. Auch über sechs Millionen Todesfälle und 3,5 Millionen AIDS-Waisen seien realistische Szenarien, wenn die Weltgemeinschaft nicht rasch handelt.

Besonders bedrohlich ist, dass sogar UNAIDS selbst unter Druck steht. Die UN-80-Initiative sieht vor, dass das Programm bereits 2026 auslaufen könnte – ein schwerer Schlag für die globale Koordination der HIV-Bekämpfung. Ursachen sind schrumpfende Budgets und politische Prioritätenverschiebungen.

Aids Hilfe Wien fordert klare Signale

Mirijam Hall, Vorsitzende der Aids-Hilfe Wien, warnt: „Der weltweite Kampf gegen HIV steht auf der Kippe – nicht, weil uns das Wissen fehlt, sondern weil Finanzierungslücken und politische Rückschritte Menschenleben gefährden.“

Sie fordert ein klares Bekenntnis zu globaler Solidarität und den Schutz grundlegender Menschenrechte, vor allem im Bereich der sexuellen Gesundheit. Prävention, Diagnostik und Beratung müssten weltweit allen Menschen zugänglich sein – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Alter oder ihrer sexuellen Orientierung.

Mehr News