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AIDS-Hilfe Steiermark warnt vor Rückschritten bei HIV-Prävention

Ausgerechnet zum 1. Dezember, dem Welt-Aids-Tag, musste die AIDS-Hilfe Steiermark zwei Sozialarbeiterinnen kündigen, die zuletzt rund 120 HIV-positive Menschen betreut hatten. Grund dafür sind Kürzungen bei der Landesförderung. „Das bedeutet konkret: Es gibt ab sofort keine Sozialarbeit mehr für Menschen mit HIV in der Steiermark“, sagte Manfred Rupp, der Geschäftsführer der Organisation, dem ORF Steiermark .

Die psychosoziale Betreuung war bisher ein zentraler Bestandteil der Unterstützung für diese Menschen. Durch den Wegfall dieser Ressourcen bleiben viele Betroffene ohne direkte Ansprechpersonen, obwohl eine langfristige Begleitung für den Therapieerfolg und die Lebensqualität entscheidend ist.

Etwa 1.000 HIV-positive Menschen in der Steiermark

In der Steiermark leben Schätzungen zufolge rund 1.000 HIV-positive Menschen. Österreichweit geht man von etwa 9.000 Infizierten aus. Besorgniserregend ist, dass acht bis zehn Prozent der Betroffenen nichts von ihrem HIV-Status wissen. Damit gefährden sie nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die anderer Menschen, denn unbehandelte HIV-Infektionen sind übertragbar.

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„Das klingt nach einer kleinen Zahl, aber statistisch gesehen lebt in Österreich jede tausendste Person mit HIV“, erklärt Rupp. Umso wichtiger sind regelmäßige Tests, gezielte Aufklärung und niedrigschwellige Angebote – auch im ländlichen Raum.

Beratungsangebote bleiben erhalten

Trotz der Einschränkungen versichert Rupp, dass sich Menschen mit HIV weiterhin mit ihren Fragen an die AIDS-Hilfe Steiermark wenden können. Die Organisation will zumindest ihre Beratungsleistungen aufrechterhalten, und zwar telefonisch, online oder persönlich. Doch ohne Sozialarbeit ist die Betreuung deutlich eingeschränkt.

„Viele Klient:innen verlieren durch die Streichungen den direkten Zugang zu Hilfe im Alltag. Das betrifft nicht nur medizinische Fragen, sondern auch Unterstützung bei Behördenwegen oder bei psychischen Belastungen“, sagt Rupp.

Förderausfälle mit globalen Folgen

Die Kürzungen in der Steiermark sind Teil eines größeren Problems: Selbst internationale Programme wie das US-Hilfsprojekt PEPFAR wurden zuletzt stark reduziert. Zudem steht das UNO-Programm UNAIDS vor dem Aus. Solche Entwicklungen dämpfen die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie.

Noch vor wenigen Jahren schien das Ziel, HIV zu einer seltenen und gut behandelbaren Krankheit zu machen, in greifbarer Nähe. Rupp sieht die bisherigen Fortschritte nun gefährdet: „Wir waren auf einem guten Weg. Aber ohne politische und finanzielle Unterstützung werden wir die Kurve nicht kriegen.“

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