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Kritik aus der Community: Grindr unterstützt Gesetz von Republikanern

Die Dating-App Grindr spricht sich öffentlich für ein neues Gesetz zur Altersverifikation in App-Stores aus. Kritiker befürchten jedoch Einschränkungen der freien Meinungsäußerung und eine mögliche Zensur queerer Inhalte.

Grindr hat sich erstmals öffentlich zur geplanten „App Store Accountability Act“ geäußert und dabei seine Unterstützung für den US-amerikanischen Gesetzesentwurf signalisiert. Der Vorschlag stammt von den republikanischen Abgeordneten John James aus Michigan und Mike Lee aus Utah. Er soll demnächst in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses diskutiert werden.

Der Gesetzesentwurf sieht ein zentrales Altersverifikationssystem auf Ebene der App Stores vor. Über eine standardisierte Schnittstelle sollen Entwickler ein Alters-Signal erhalten, ohne dass jede App eine eigene Prüfung durchführen muss.

Grindr: „Schutz von Minderjährigen hat oberste Priorität“

Joe Hack, der bei Grindr die globalen Regierungsbeziehungen leitet, schrieb in einem Blogbeitrag des Unternehmens: „Dieser Ansatz, den fast 90 % der Eltern unterstützen, ist sicherer und konsistenter als separate Altersverifikationen in jeder einzelnen App.“ Grindr rufe den US-Kongress „nachdrücklich“ dazu auf, das Gesetz zu verabschieden, so Hack weiter. 

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Laut Hack investiert das Unternehmen „erhebliche Ressourcen“, um Unter-18-Jährige fernzuhalten. Dazu zählen eine Altersabfrage beim App-Start, Gerätesperren, menschliche Moderation, KI-gestützte Tools sowie Kooperationen mit Kinderschutzorganisationen.

Für Kritik an der EU heftet sich Grindr auch Datenschutz auf seine Fahnen

Dabei kritisierte Hack auch das europäische Modell. Die EU und das Vereinigte Königreich verfolgten derzeit fragmentierte Regeln, die Erwachsene dazu zwingen würden, „sensible persönliche Daten mit Tausenden von Apps zu teilen“, was wiederum „unnötige Risiken für Datenschutz und Sicherheit“ berge.

In der Vergangenheit war es jedoch vor allem Grindr, das sensible persönliche Daten seiner Nutzer mit Tausenden von Apps zu Werbezwecken geteilt hatte. Dafür wurde die App von der norwegischen Datenschutzbehörde zu einer Strafe in Höhe von umgerechnet 5,5 Millionen Euro verurteilt.

Bedenken wegen möglicher Zensur

Während neben Grindr auch Tech-Unternehmen wie Meta, Snap und X ihre Unterstützung signalisiert haben, bleibt das Gesetz umstritten. Kritiker:innen warnen, dass Regelungen wie der „App Store Accountability Act” dazu genutzt werden könnten, Inhalte von LGBTI-Personen zu zensieren.

Dass sich Grindr als queere Plattform für ein republikanisches Gesetz einsetzt, sorgt in der Community für gemischte Reaktionen. In der Vergangenheit standen gerade konservative US-Politiker wegen ihrer Haltung zu LGBTI-Rechten in der Kritik. Überraschend ist es allerdings nicht: Der CEO von Grindr, George Arison, ist bekennender Republikaner.

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