HomeGesundheitHIV/AidsHoffnung auf HIV-Impfung wächst: mRNA-Technologie bringt neue Ansätze

Hoffnung auf HIV-Impfung wächst: mRNA-Technologie bringt neue Ansätze

Weltweit leben Millionen Menschen mit HIV. Trotz wirksamer Therapien bleibt die Entwicklung einer Impfung ein zentrales Ziel. Neue Forschung, auch aus Österreich, setzt auf mRNA und Immunantworten.

Weltweit infizieren sich jedes Jahr rund 1,3 Millionen Menschen mit HIV. Trotz großer medizinischer Fortschritte stirbt laut WHO weiterhin alle Minute ein Mensch an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS. Seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1981 sind weltweit mehr als 44 Millionen Menschen daran verstorben. Allein im Jahr 2024 lag die Zahl der AIDS-bedingten Todesfälle bei rund 630.000.

Zwar beeinflussen moderne Medikamente den Krankheitsverlauf deutlich und ermöglichen HIV-Infizierten heute eine fast normale Lebenserwartung, doch bleibt der Zugang zu diesen Therapien in vielen Regionen der Welt begrenzt. Die Forschung an einer HIV-Impfung ist daher weiterhin ein vorrangiges Ziel.

mRNA-Technologie als vielversprechender Weg

Die Impfstoffentwicklung erhält derzeit einen wichtigen Impuls durch Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie. Der Innsbrucker Immunologe und HIV-Forscher Wilfried Posch sagte der ORF-Wissenschaftsredaktion : „Aktuell laufen mehrere klinische Studien mit mRNA-Impfstoffen. Diese könnten breit wirksame Antikörper gegen HIV erzeugen.“ Dies sei entscheidend, da sich HIV rasch verändert und in zahlreichen Varianten auftritt. Viele Antikörper wirken nur gegen bestimmte Virusvarianten, was nicht ausreicht, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

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Eine mRNA-Impfung soll den Körper jedoch in die Lage versetzen, selbst Antikörper gegen HIV zu bilden und so eine Infektion zu verhindern. Zusätzlich verfolgt Posch mit seinem Team an der Medizinischen Universität Innsbruck immuntherapeutische Ansätze, bei denen die T-Zellen gezielt aktiviert werden sollen.

Elite-Controller liefern Hinweise für neue Therapien

T-Zellen, eine Form der weißen Blutkörperchen, erkennen normalerweise infizierte Zellen und zerstören sie. Besonders interessant ist dabei eine kleine Gruppe von HIV-Positiven, die ohne Medikamente eine extrem niedrige Viruslast aufweisen. „Diese sogenannten Elite-Controller können das Virus durch ihre eigene Immunantwort unter die Nachweisgrenze bringen“, sagt Posch. Bei diesen Personen ist HIV im Bluttest nicht mehr nachweisbar, wodurch auch keine Übertragung möglich ist.

Genau diese starke T-Zellen-Antwort versucht die Innsbrucker Forschung im Labor nachzubilden. Wenn es gelingt, diese Immunantwort gezielt zu stimulieren, kann der Körper HIV eventuell auch ohne dauerhafte Medikation unter Kontrolle halten und den Ausbruch von AIDS verhindern.

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