HomeSzeneWienMarkus Rumelhart, erster offen schwuler Bezirksvorsteher Wiens, tritt zurück

Markus Rumelhart, erster offen schwuler Bezirksvorsteher Wiens, tritt zurück

Nach zwölf Jahren an der Spitze von Mariahilf legt Markus Rumelhart sein Amt nieder. Der erste offen schwule Bezirksvorsteher Wiens zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück. Die SPÖ setzt auf einen geordneten Übergang mit Julia Lessacher als Nachfolgerin.

Markus Rumelhart, Bezirksvorsteher des 6. Wiener Gemeindebezirks Mariahilf, zieht sich nach knapp zwölf Jahren aus der aktiven Bezirkspolitik zurück. Der SPÖ-Politiker, der bei seinem Amtsantritt im Jahr 2014 als erster offen homosexueller Bezirksvorsteher in die Geschichte Wiens einging, nennt ein Burn-out als Grund für seinen Rückzug.

„Seit vielen Monaten führe ich nun einen Kampf um meine Gesundheit“, erklärte Rumelhart in einer Stellungnahme. Sein Wunsch, den Bezirk weiterhin gemeinsam mit den Bewohner:innen zu gestalten, sei zwar ungebrochen. Doch die ärztliche Diagnose sei eindeutig: „Die wichtige Aufgabe für den Bezirk und meine Gesundheit lassen sich unter diesen Vorzeichen nicht miteinander verbinden.“

Ein Abschied mit Wehmut

Der Rücktritt sei ihm nicht leichtgefallen, so der Bezirksvorsteher: „Diese Entscheidung hat mich große Überwindung gekostet, und sie schmerzt mich.“ Dennoch sei er notwendig – sowohl im Sinne der eigenen Gesundheit als auch im Interesse einer verlässlichen und professionellen Bezirksführung durch die SPÖ Mariahilf.

Rumelhart betonte, dass Politik auch vom Wechsel lebt: „Das ist auch gut so.“ Besonders wichtig sei ihm ein geregelter Übergang gewesen. Er habe deshalb seine bisherige Stellvertreterin Julia Lessacher gebeten, die Nachfolge anzutreten. Sie sei eine „engagierte Sozialdemokratin“, die den eingeschlagenen Weg konsequent weiterführen werde.

Lob und Dank von Weggefährt:innen

In einer ersten Reaktion würdigte Julia Lessacher ihren Vorgänger: „Markus Rumelhart hat Mariahilf über viele Jahre mit großer Leidenschaft, sozialdemokratischer Haltung und persönlichem Einsatz geprägt.“ Die Zusammenarbeit mit ihm sei stets von Vertrauen, Offenheit und Respekt geprägt gewesen.

Auch Josef Taucher, der Vorsitzende des SPÖ-Rathausklubs, dankte Rumelhart für seine Arbeit. „Sein Einsatz hat Wien ein Stück lebenswerter gemacht“, sagte Taucher. Er verwies dabei auf Projekte wie den ersten Cooling-Park im Esterhazypark, die Begegnungszone in der Otto-Bauer-Gasse oder die Neugestaltung des Loquaiplatzes. „Ich wünsche ihm für den weiteren Weg von Herzen alles Gute – vor allem Kraft und Gesundheit.“

Ein Pionier in der Wiener Bezirkspolitik

Markus Rumelhart übernahm im Jahr 2014 die Leitung des 6. Bezirks von Renate Kaufmann (SPÖ). Bereits mit seinem Amtsantritt schrieb er Geschichte: Er war nicht nur der jüngste Bezirksvorsteher Wiens, sondern auch der erste offen schwule.

Seine politische Laufbahn begann Rumelhart im Jahr 2010 als Bezirksrat. Dort engagierte er sich vor allem in den Bereichen Soziales und Integration. Er initiierte zu dieser Zeit auch das queere Straßenfest „Andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf“ Nach seiner Wahl zum Bezirksvorsteher prägte er über mehr als ein Jahrzehnt die Bezirkspolitik – mit Projekten zur Stadtentwicklung, Klimaanpassung und zur Förderung des Miteinanders im Bezirk.

Abschied mit Dankbarkeit

Auch der Mariahilfer Gemeinderat und SPÖ-Bezirksparteivorsitzende Peko Baxant bedankte sich ausdrücklich bei Rumelhart für seinen Einsatz: „Er hat Mariahilf nicht nur politisch, sondern vor allem menschlich geprägt.“ Durch seinen offenen Zugang und seine zahlreichen Projekte habe Rumelhart den sozialen Zusammenhalt im Bezirk nachhaltig gestärkt.

Zum Abschluss wandte sich Markus Rumelhart noch einmal an die Bevölkerung und dankte den Mariahilfer:innen, den Mitarbeiter:innen der Bezirksvorstehung und der SPÖ für das langjährige Vertrauen, die Solidarität und die Zusammenarbeit.

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