HomeSzeneWienSex-Party in Wiener Szenelokal eskaliert: Mann stirbt – drei Männer angeklagt

Sex-Party in Wiener Szenelokal eskaliert: Mann stirbt – drei Männer angeklagt

Ein Mann stirbt nach einer durch Drogen eskalierten Feier. Statt Hilfe zu holen, feierten Beteiligte weiter – einer von ihnen soll sich sogar an dem Bewusstlosen vergangen haben.

In einem Szenelokal im 4. Wiener Gemeindebezirk ist es laut der Staatsanwaltschaft Wien zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Ein Mann mittleren Alters starb in den frühen Morgenstunden des 4. Oktobers, nachdem er mehrere Substanzen konsumiert hatte, darunter Alkohol, Kokain und Poppers.

Drei Männer, darunter ein Barkeeper des Lokals, müssen sich nun vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihnen unterlassene Hilfeleistung vor. Dem Barkeeper wird zusätzlich sexueller Missbrauch einer wehrlosen Person zur Last gelegt.

Private Feier nach Dienstschluss

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, veranstaltete der 41-jährige Barkeeper nach Dienstschluss gegen 4 Uhr morgens eine private Feier im Club. Eingeladen waren außerdem zwei Bekannte im Alter von 53 und 34 Jahren. Die Männer konsumierten über mehrere Stunden hinweg Alkohol, Kokain und Poppers. Bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten oder Drogen kann Poppers zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit führen.

Gegen 6:54 Uhr kippte ein etwa 45-jähriger Teilnehmer laut Überwachungsvideo kopfüber vom Barhocker und blieb reglos am Boden liegen. Obwohl er offensichtlich Hilfe brauchte, alarmierte zunächst niemand den Rettungsdienst.

Überwachungskamera dokumentiert mutmaßlichen Übergriff

Laut Staatsanwaltschaft verließ der 53-jährige Gast als Erster gegen 7.15 Uhr das Lokal – laut Anklage „aus gekränktem männlichen Stolz“. In der Folge soll sich der Barkeeper an dem reglosen, jedoch noch atmenden Mann vergangen haben. Das zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera.

Die Anklage legt außerdem dar, dass der Barkeeper nach der Tat einen weiteren Bekannten ins Lokal einlud, mit dem er erneut sexuelle Handlungen vornahm, anstatt Hilfe zu rufen.

Rettung kam zu spät

Die Rettung wurde erst um 8.22 Uhr alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war das Opfer bereits leblos. Laut einem im Verfahren zitierten Obduktionsgutachten hätte der Mann möglicherweise gerettet werden können, wenn früher gehandelt worden wäre.

Nun stehen alle drei Männer vor Gericht. Ihnen wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Gegen den Barkeeper wird außerdem wegen des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person ermittelt.

Verteidiger: „Ein Drama für alle Seiten“

Zaid Rauf, der Verteidiger des Barkeepers, bestätigte gegenüber der Kronen Zeitung, dass sein Mandant geständig sei: „Das ist einfach ein Drama.“ Rauf erreichte zudem die Freilassung seines Mandanten aus der Untersuchungshaft. Der zweite Angeklagte wird von Anwalt Sascha Flatz vertreten. Dieser betonte gegenüber einer Gratiszeitung, dass sein Mandant den Club verließ, als das Opfer noch am Leben war.

Ein konkreter Prozesstermin steht laut Medienberichten noch aus. Für alle drei Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

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