Die US-Schauspielerin Fran Drescher wird am 12. Februar als Ehrengast von Jacqueline Lugner beim Wiener Opernball erwartet. Mit dabei ist auch ihr Ex-Mann Peter Marc Jacobson, mit dem sie die Kultserie „The Nanny“ entwickelte. Nach ihrer einvernehmlichen Trennung outete sich Jacobson als schwul – ein Wendepunkt, der Dreschers Engagement für die LGTBQ-Community weiter verstärkte.
Jacqueline Lugner bestätigte am Montag: „Gerade auf unserem Social-Media-Account gab es viele Anfragen, ob Peter Marc Jacobson Fran begleiten würde. Ich kann dies nun bestätigen und freue mich sehr, auch ihn in Wien begrüßen zu dürfen.“ Drescher und Jacobson werden neben dem Opernball auch an einem umfassenden Kulturprogramm teilnehmen und in der Lugner City auftreten.
Kultfigur, Aktivistin und Gay Icon
Fran Drescher wurde durch ihre Rolle als Fran Fine in der Sitcom „The Nanny“ weltweit bekannt. Mit hochtoupierter Frisur, schrillen Outfits und unverkennbarer Stimme wurde sie zur Stil- und Popikone. Doch Dreschers Bedeutung reicht weit über die Serienwelt hinaus: Seit Jahrzehnten engagiert sie sich für Gleichberechtigung und setzt sich öffentlich für die Rechte der LGBTIQ+-Community ein.
„Ich mache das nicht, weil es meine Fans sind. Ich setze mich für die LGBTIQ+-Community ein, weil ich an Gleichberechtigung glaube“, sagte sie in einem Interview und verwies dabei auf ihre Kampagne zur Unterstützung der Ehe für alle im Jahr 2010 für die Human Rights Campaign. Bereits lange vor ihrem Durchbruch sei sie aktiv gewesen, betonte sie: „Die Fürsprache kam vor dem Fandom.“
Als Jacobson nach der Scheidung im Jahr 1999 sein Coming-out hatte, erhielt ihr Engagement eine neue Dimension. Sie blieb nicht nur eine Verbündete, sondern wurde zur festen Größe in der queeren Community. Ihr ikonischer Stil, der regelmäßig von Drag Queens aufgegriffen wird, sowie ihre Offenheit und Loyalität machten sie zu einem echten Gay Icon.
Zwischen Broadway, Politik und persönlichem Schicksal
Neben ihrer Fernsehkarriere war Drescher auch am Broadway erfolgreich, sie veröffentlichte drei Bücher und kämpfte gegen eine Krebserkrankung. So wurde bei ihr im Jahr 2000 Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Die Krankheit konnte operativ behandelt werden. Anschließend gründete sie die Aufklärungsinitiative „Cancer Schmancer“, die sich für frühzeitige Krebsdiagnosen einsetzt.
Auch politisch macht Drescher immer wieder auf sich aufmerksam. Als Präsidentin der Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA wurde sie zuletzt zur Sprecherin im Doppelstreik der US-Filmbranche. Sie nutzt ihre mediale Präsenz gezielt, um soziale Themen in die Öffentlichkeit zu bringen.
Drescher, die bereits 2009 und 2010 zu Charity-Veranstaltungen in Wien war, freut sich in einer Videobotschaft auf ihren Besuch: „Ich kann es kaum erwarten, alle in einer meiner Lieblingsstädte der Welt zu sehen: Wien, Österreich.“

