HomeSportOlympiaMindestens 50 offen queerer Athlet:innen bei Olympia 2026 – auch eine Österreicherin

Mindestens 50 offen queerer Athlet:innen bei Olympia 2026 – auch eine Österreicherin

Noch nie zuvor haben sich so viele offen queere Sportler:innen für Olympische Winterspiele qualifiziert. Unter den 44 Teilnehmenden ist auch die österreichische Freestyle-Skifahrerin Laura Wolf.

Bei den Olympischen Winterspielen 2026, die dieses Wochenende in Mailand und Cortina d’Ampezzo starten, wird ein neuer Rekord aufgestellt: Laut dem US-Portal Outsports werden mindestens 50 offen queere Athlet:innen an den Start gehen – so viele wie noch nie bei Winterspielen. Zum Vergleich: 2022 in Peking waren es 36 und 2018 in Pyeongchang nur 15. Das zeigt eine stetig wachsende Sichtbarkeit queerer Menschen im Spitzensport – auch im Wintersport, in dem queere Repräsentation bislang seltener war als im Sommersport.

Österreichs Lara Wolf zum dritten Mal bei Olympia dabei

Mit dabei ist auch die österreichische Freestyle-Skifahrerin Lara Wolf, die zum dritten Mal in ihrer Karriere an Olympischen Spielen teilnehmen wird. Sie war bereits 2018 und 2022 Teil des österreichischen Teams. Ursprünglich als alpine Skifahrerin gestartet, wechselte sie zum Freestyle-Skiing und blieb dieser Disziplin bis heute treu. Wolf gehört zu den wenigen öffentlich geouteten Wintersportler:innen aus Österreich.

Für Deutschland sind die beiden Eishockey-Spielerinnen Nina Jobst-Smith und Carina Strobel im „Team LGBTIQ“. Jobst-Smith spielt als Verteidigerin im deutschen Fraueneishockeyteam und wird 2026 ihr Olympiadebüt geben. Mit je acht offen queeren Athlet:innen stellen die USA und Kanada die größten Anteile im „Team LGBTQ“. Weitere Länder mit mehreren queeren Vertreter:innen sind Finnland, Schweden, Frankreich, Italien, die Schweiz, Tschechien, Belgien und Brasilien.

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Frauen-Eishockey dominiert die queere Repräsentation

Insgesamt sind 39 der 50 identifizierten queeren Athlet:innen Frauen, nur elf sind Männer. Der größte Teil von ihnen kommt aus dem Fraueneishockey: Allein 22 offen queere Spielerinnen sind in dieser Disziplin dabei. Offen schwule Männer sind hingegen vor allem im Eiskunstlauf vertreten, darunter Kevin Aymoz oder Guillaume Cizeron aus Frankreich und Lewis Gibson aus Großbritannien.

Outsports geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl queerer Athlet:innen wahrscheinlich noch steigen wird, da viele von ihnen erst während der Spiele öffentlich sichtbar werden, sei es durch Social Media, persönliche Statements oder Medienberichte.

Amber Glenn und Elis Lundholm schreiben Olympia-Geschichte

Für Aufmerksamkeit sorgt unter anderem die US-amerikanische Eiskunstläuferin Amber Glenn. Sie ist die erste offen queere Frau, die im Einzel für die USA bei Olympischen Winterspielen antritt. Glenn beschreibt ihr Coming-out als Wendepunkt in ihrer Karriere: „Endlich konnte ich auf dem Eis die sein, die ich außerhalb bin.“

Eine Premiere gibt es auch aus Schweden: Der Freestyle-Skifahrer Elis Lundholm ist der erste offen trans Athlet, der bei Olympischen Winterspielen antritt. Er startet im Freestyle-Moguls-Wettbewerb.

Queere Paare im Wettbewerb – auch auf gegnerischen Seiten

Bei den Spielen treten mehrere Paare gemeinsam oder sogar als direkte Konkurrentinnen an. So trifft die finnische Eishockeyspielerin Ronja Savolainen auf ihre Verlobte Anna Kjellbin, die für Schweden spielt. Auch die Skeletonfahrerinnen Nicole Silveira (Brasilien) und Kim Meylemans (Belgien) sind verheiratet. In der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga PWHL spielen die deutsche Verteidigerin Nina Jobst-Smith und ihre kanadische Partnerin Ashton Bell für die Vancouver Goldeneyes. Bei Olympia hingegen treten sie für ihre Heimatländer an.

Sichtbarkeit als Motivation für ein Coming-out

Viele Athlet:innen nennen Sichtbarkeit und Authentizität als Hauptgründe für ihr öffentliches Coming-out. So erklärte beispielsweise der US-amerikanische Speedskater Conor McDermott-Mostowy, er habe lange gezögert, sich öffentlich zu äußern, da er nicht mit Stereotypen konfrontiert werden wollte: „Es gibt dieses Klischee, dass schwule Männer nicht sportlich sind. Ich wollte nicht, dass jemand das gegen mich verwendet“, sagte er. Nach seiner erfolgreichen Olympiaqualifikation sagte der US-Verband: „Mission accomplished.“

Auch der französische Eiskunstläufer Kevin Aymoz schildert sein Outing als befreienden Schritt: „Ich hatte die Wunde zwar mit einem Pflaster bedeckt, aber jetzt konnte ich sie atmen lassen – und sie ist verheilt.“

Die Olympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis zum 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Bis zu ihrem Ende wird die Liste der queeren Athlet:innen vermutlich weiter wachsen – und mit ihr die Sichtbarkeit queerer Menschen im Spitzensport.

Alle LGBTIQ-Teilnehmer:innen der Olympischen Winterspiele 2026

Belgien

  • Tineke den Dulk | Shorttrack
  • Kim Meylemans | Skeleton

Brasilien

  • Nicole Silveira | Skeleton

Deutschland

  • Nina Jobst-Smith | Eishockey
  • Carina Strobel | Eishockey

Finnland

  • Sanni Ahola | Eishockey
  • Michelle Karvinen | Eishockey
  • Anni Keisala | Eishockey
  • Ida Kuoppala | Eishockey
  • Ronja Savolainen | Eishockey
  • Viivi Vainikka | Eishockey

Frankreich

  • Chloe Aurad-Bushee | Eishockey
  • Kevin Aymoz | Eiskunstlauf
  • Lore Baudrit | Eishockey
  • Guillaume Cizeron | Eiskunstlauf

Großbritannien

  • Makayla Gerken Schofield | Freestyle-Ski
  • Lewis Gibson | Eiskunstlauf
  • Gus Kenworthy | Freestyle-Ski
  • Bruce Mouat | Curling

Island

  • Kristrun Gudnadottir | Cross-County

Italien

  • Filippo Ambrosini | Eiskunstlauf

Kanada

  • Erin Ambrose | Eishockey
  • Ashton Bell | Eishockey
  • Emily Clark | Eishockey
  • Brianne Jenner | Eishockey
  • Emerance Maschmeyer | Eishockey
  • Paul Poirier | Eiskunstlauf
  • Marie-Philip Poulin | Eishockey
  • Shilo Rousseau | Biathlon
  • Laura Stacey | Eishockey

Österreich

  • Lara Wolf | Freestyle-Ski

Schweden

  • Anna Kjellbin | Eishockey
  • Lina Ljungblom | Eishockey
  • Elis Lundholm | Freestyle Ski
  • Sandra Naeslund | Freestyle Ski

Schweiz

  • Mathilde Gremaud | Freestyle Ski
  • Laura Zimmermann | Eishockey

Tschechien

  • Krystina Kaltounkova | Eishockey
  • Nick Novak | Freestyle Ski
  • Martina Sablikova | Eisschnelllauf
  • Filip Taschler | Eiskunstlauf
  • Nikola Zdrahalova | Eisschnelllauf

Vereinigte Staaten von Amerika

  • Cayla Barnes | Eishockey
  • Brittany Bowe | Eisschnelllauf
  • Alex Carpenter | Eishockey
  • Amber Glenn | Eiskunstlauf
  • Breezy Johnson | Ski Alpin
  • Hilary Knight | Eishockey
  • Conor McDermott-Mostowy | Eisschnelllauf
  • Maddy Schaffrick | Snowboard
Updates
  • 06.02.: Carina Strobel (D/Eishockey) und Nick Novak (CZ/Freestyle) hinzugefügt
  • 08.02.: Mathilde Gremaud (CH/Freestyle) hinzugefügt
  • 13.02.: Tineke den Dulk (B/Shorttrack) und Kristrun Gudnadottir
    (IS/Shorttrack) hinzugefügt

Außerdem wurde der Medaillenstand laufend aktualisiert.

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