HomePolitikInternational Pride-Flagge weht wieder über Stonewall: New York trotzt Washington

[Video] Pride-Flagge weht wieder über Stonewall: New York trotzt Washington

Hunderte Menschen versammeln sich in Manhattan, um die zuvor entfernte Regenbogenflagge erneut am Stonewall-Nationaldenkmal zu hissen. Die Aktion richtet sich offen gegen die Entscheidung der Trump-Regierung und verschärft den Konflikt zwischen Stadt und Bund.

Am Donnerstag haben New Yorker Politiker die Regenbogenflagge wieder über dem Stonewall National Monument gehisst. Die Trump-Regierung hatte sie zu Wochenbeginn entfernen lassen. Grund dafür ist eine neue Richtlinie, die nur ausdrücklich genehmigte Fahnen auf Grundstücken des National Park Service (NPS) erlaubt.

Feierliche Rückkehr mit politischem Signal

Für die Zeremonie strömten Hunderte Menschen nach Lower Manhattan. Sie wollten dabei sein, als die Regenbogenflagge an den Ort zurückkehrte, der als Geburtsstätte der modernen Schwulenrechtsbewegung in den USA gilt. Die Zeremonie wurde vom Bezirksvorsteher von Manhattan, Brad Hoylman-Sigal, geleitet. Zahlreiche Politiker:innen aus Stadt, Bundesstaat und dem US-Kongress nahmen teil.

Zunächst trugen Teilnehmer die Flagge durch die Menge. Sie befestigten sie vorübergehend an einem eigenen Mast, während die US-Flagge weiterhin am Hauptmast wehte. Später nahmen die Verantwortlichen die US-Flagge kurz ab und hissten anschließend beide Fahnen gemeinsam am zentralen Mast. Damit setzten sie ein sichtbares Zeichen gegen die Entscheidung aus Washington.

Historischer Ort mit Symbolkraft

Das Stonewall National Monument befindet sich im Christopher Park, direkt gegenüber dem Stonewall Inn. An dieser Stelle hatten 1969 schwule, lesbische und trans Personen gegen eine nächtliche Polizeirazzia protestiert. Solche Razzien waren damals keine Seltenheit. Die mehrtägigen Unruhen gelten als Wendepunkt der LGBTIQ+-Bewegung in den USA.

Der National Park Service, der dem US-Innenministerium untersteht, hat die Aufsicht über das Denkmal. Die Behörde erklärte zu Wochenbeginn, man habe die Flagge entfernt, um eine „langjährige Richtlinie“ einheitlich umzusetzen. Demnach dürfen an NPS-Fahnenmasten nur die US-Flagge sowie weitere ausdrücklich genehmigte Fahnen wehen.

Die Entscheidung löste in New York Empörung aus. Viele Anwesende werteten das Entfernen der Flagge als gezielten Angriff auf die Sichtbarkeit queerer Menschen.

Bundesregierung spricht von „politischem Schauspiel“

Ein Sprecher des US-Innenministeriums wollte sich nicht dazu äußern, ob die Flagge erneut entfernt wird. Gleichzeitig bezeichnete er die Rückkehr der Flagge als „politischen Stunt“. „Das heutige politische Schauspiel zeigt, wie inkompetent und fehlgeleitet die New Yorker Stadtpolitiker angesichts der Probleme ihrer Stadt sind“, erklärte der Sprecher auf Anfrage.

Die Auseinandersetzung reiht sich in weitere kulturpolitische Entscheidungen der Trump-Regierung ein. In den vergangenen Monaten hat der National Park Service Änderungen an Ausstellungen vorgenommen, etwa an historischen Stätten in Philadelphia, und dabei Hinweise zur Sklaverei entfernt. Kritiker:innen sehen darin eine bewusste Abkehr von Diversitäts- und Erinnerungspolitik.

Mit dem erneuten Hissen der Pride-Flagge rückt das Stonewall-Denkmal erneut ins Zentrum einer landesweiten Debatte über Symbolik, Geschichtspolitik und die Rechte der LGBTIQ+-Community.

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