HomePolitikInland30 Jahre Grüne Andersrum: Jubiläum mit klarer politischer Botschaft

30 Jahre Grüne Andersrum: Jubiläum mit klarer politischer Botschaft

Die Grünen Andersrum Österreich begehen ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem deutlichen politischen Appell. „30 Jahre Grüne Andersrum bedeuten 30 Jahre konsequenter Einsatz für queere Menschenrechte“, so die Bundessprecher:innen David Stögmüller und Katharina Schöll-Laussermayer. 

Gleichzeitig warnen sie vor aktuellen Entwicklungen: Weltweit geraten queere Rechte zunehmend unter Druck, rechtsextreme Netzwerke verbreiten gezielt Desinformationen und Hass und LGBTIQ+-Themen werden aus politischen Debatten verdrängt.

Zunehmender Druck auf queere Rechte

„Genau deshalb sagen wir klar: Wir lassen nicht zu, dass die Rechte der LGBTIQ+-Community an den Rand gedrängt werden“, betonen Stögmüller und Schöll-Laussermayer. Eine offene und gerechte Gesellschaft sei nur möglich, wenn queere Menschen sichtbar, sicher und frei leben könnten. Die Organisation kündigt an, sich auch in Zukunft „entschlossen, solidarisch und an der Seite aller Menschen“ für Gleichberechtigung einzusetzen.

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In ihrer Bilanz verweisen die Grünen Andersrum auf konkrete politische Fortschritte der vergangenen Jahre. „Wir ruhen uns nicht auf Erfolgen aus“, erklären die Bundessprecher:innen. In Regierungsverantwortung seien zentrale Maßnahmen umgesetzt worden, darunter diskriminierungsfreies Blutspenden, die Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern schwulenfeindlicher Strafgesetze sowie die Einführung der kostenlosen HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP).

Auch die systematische Erfassung von Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen und alternative Geschlechtseinträge zählen laut der Organisation zu den erreichten Meilensteinen.

Politische Erfolge und weitere Forderungen

Laut Stögmüller und Schöll-Laussermayer sind diese Fortschritte „hart erkämpft und erst der Anfang“. Gleichzeitig sehen sie weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Sie fordern einen umfassenden Diskriminierungsschutz, der über die Arbeitswelt hinausgeht („Levelling-up“), sowie einen wirksamen Nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität.

Die Sprecher:innen betonen besonders die Notwendigkeit, die Rechte von trans- und nichtbinären Menschen zu stärken und bestehende Hürden abzubauen. Auch für intergeschlechtliche Kinder und Jugendliche fordern die Grünen Andersrum konkrete Maßnahmen. Diese müssten vor medizinisch nicht notwendigen Eingriffen geschützt werden.

Zudem drängt die Organisation auf ein Verbot von sogenannten Konversionspraktiken. „Es muss klar sein: Die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität müssen vollständig von diesem Verbot umfasst sein“, betonen die Bundessprecher:innen.

Entwicklung von einer Initiative zur bundesweiten Organisation

Die Grünen Andersrum haben ihren Ursprung im Jahr 1996. Ulrike Lunacek und Gernot Wartner legten damals den Grundstein für die Initiative. Aus einem Arbeitskreis entwickelte sich im Laufe der Jahre eine bundesweit organisierte Struktur, die heute in allen Bundesländern vertreten ist.

Diese regionale Verankerung habe eine besondere Bedeutung, heißt es weiter. Gerade in ländlichen Gebieten fehle es häufig an Sichtbarkeit und Unterstützung für queere Menschen. „Dort braucht es starke Stimmen und funktionierende Netzwerke“, erklären Stögmüller und Schöll-Laussermayer.

Bedeutung von Aktivismus und zivilgesellschaftlichem Engagement

Anlässlich ihres Jubiläums würdigen die Grünen Andersrum auch die Rolle von Aktivist:innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. „Unser Dank gilt allen Aktivist:innen der Grünen Andersrum sowie den queeren Vereinen“, so die Bundessprecher:innen. Viele der bisherigen Fortschritte wären ohne deren Engagement nicht möglich gewesen.

Zugleich betonen sie die politische Dimension des Einsatzes für die Rechte queerer Menschen. „In Krisenzeiten zeigt sich, wer Haltung hat. LGBTIQ+-Rechte sind nicht verhandelbar“, betonen Stögmüller und Schöll-Laussermayer. Diese müssten dauerhaft im Zentrum politischer Verantwortung stehen.

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