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Schweiz: 574 Änderungen des Geschlechtseintrags im Jahr 2024

Immer mehr Menschen in der Schweiz nutzen die vereinfachte Möglichkeit zur Änderung ihres Geschlechtseintrags. Diese besteht seit 2022. Besonders junge Menschen treiben diese Entwicklung voran, während sich die Zahlen nach einem ersten Anstieg stabilisiert haben.

Im vergangenen Jahr haben sich 574 Menschen in der Schweiz ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister ändern lassen. Das geht aus provisorischen Zahlen hervor, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag veröffentlicht hat. Der Bund erfasst diese Daten seit der Einführung der vereinfachten Änderung im Jahr 2022. 

Mehrheit der Änderungen betrifft junge Menschen

Laut BFS wurden 312 Einträge von „Mann” zu „Frau” geändert, während 262 Personen den umgekehrten Weg wählten. Regional betrachtet führt der Kanton Zürich mit 120 Änderungen die Statistik an. Am anderen Ende der Skala steht Appenzell Innerrhoden, wo im gesamten Jahr kein einziger Antrag registriert wurde.

Mehr als die Hälfte der Anträge – nämlich 56 Prozent – stammt von Menschen unter 25 Jahren. Minderjährige unter 16 Jahren benötigen weiterhin die Zustimmung ihrer gesetzlichen Vertreter:innen. Das zeigt, dass insbesondere junge trans Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

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Rechtliche Hürden wurden 2022 deutlich gesenkt

Seit dem 1. Jänner 2022 genügt eine persönliche Erklärung beim Zivilstandsamt, um den Geschlechtseintrag ändern zu lassen. Zuvor mussten Betroffene diesen Schritt vor Gericht erstreiten, was oft langwierig und belastend war. Bundesrätin Karin Keller-Sutter bezeichnete die Reform bereits im Jahr 2020 als entscheidend und erklärte: „Die Änderung dieser Praxis ist der letzte Schritt in einem langen und schmerzhaften Prozess.”

Die Einführung dieser Regelung führte zunächst zu einem deutlichen Anstieg der Zahlen. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 1117 Änderungen registriert, 2023 waren es 713. Inzwischen hat sich die Zahl laut einer Sprecherin des Bundesamts für Statistik (BFS) „auf ein Niveau von rund 600 Fällen pro Jahr eingependelt”.

Keine offizielle Zahl zu trans Personen in der Schweiz

Im Schweizer Personenstandsregister sind weiterhin nur die Geschlechtseinträge „männlich” und „weiblich” vorgesehen. Der entsprechende Eintrag erfolgt obligatorisch bei der Geburt, auch wenn das Geschlecht nicht eindeutig bestimmbar ist. Forderungen nach einem dritten Geschlechtseintrag oder der Möglichkeit, ganz darauf zu verzichten, lehnte der Bund im Jahr 2022 ab.

Jährlich kommen in der Schweiz zwischen zwanzig und hundert Kinder zur Welt, deren biologisches Geschlecht nicht eindeutig zugeordnet werden kann. Wie viele trans Menschen insgesamt im Land leben, bleibt jedoch unklar. Die Organisation „Transgender Network Switzerland” verweist auf internationale Schätzungen, die für die Schweiz eine Zahl von bis zu 740 000 Personen vermuten lassen.

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