Die Themen „trans“ und „woke“ werden im österreichischen Parlament größtenteils von der FPÖ angesprochen. Das geht aus einer Auswertung des Parlamentsdienstes hervor, die im Auftrag des SPÖ-Abgeordneten und Diversitätssprechers Mario Lindner erstellt wurde.
Demnach entfallen rund 85 Prozent aller Nennungen dieser Begriffe in Anträgen und Anfragen auf die Freiheitlichen. Besonders deutlich zeigt sich das im Jahr 2025: Die FPÖ verwendete „trans“ oder „transgender“ in Anträgen 50 Mal – mehr als viermal so häufig wie alle anderen Parteien zusammen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Parteien
Auch im längerfristigen Vergleich bleibt die Verteilung eindeutig. In den vergangenen drei Jahren fiel das Schlagwort „trans” insgesamt 117-mal in Reden, Anträgen und Anfragen der FPÖ im Nationalrat. Keine andere Partei erreicht auch nur zehn Nennungen.
„Die einzige Partei, die wirklich ständig von Gendern, Trans und Wokeness spricht, ist die FPÖ selbst“, sagt Mario Lindner. „Fünf bis sechs Mal pro Woche, fast doppelt so oft wie alle anderen Parteien zusammen. Das grenzt an Besessenheit.“
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Begriff „woke“, allerdings mit klarer Trennung der Kontexte. Im parlamentarischen Bereich entfallen 60 von insgesamt 70 Nennungen auf die FPÖ. Bei Presseaussendungen liegt der Anteil noch höher: Seit 2023 stammen 95 Prozent aller „woke“-Nennungen aus Mitteilungen der Freiheitlichen.
Begriffe gezielt gesetzt
Die Auswertung zeigt, dass bestimmte Schlagworte fast ausschließlich von der FPÖ verwendet werden. So tauchte der Begriff „Frühsexualisierung“ 67 Mal in Anträgen und Anfragen der Partei auf. Andere Parteien griffen ihn kaum auf: Die Grünen verwendeten ihn beispielsweise nur viermal. Häufig richteten sich diese Vorwürfe gegen Drag-Auftritte oder Veranstaltungen, bei denen Kinder anwesend waren.
International warnen rechte und rechtsextreme Parteien regelmäßig vor einer aus ihrer Sicht zunehmenden „Wokeness“. Dabei stellen sie häufig insbesondere trans Menschen in den Mittelpunkt ihrer Angriffe. Auch im österreichischen Parlament lässt sich anhand der vorliegenden Zahlen diese Schwerpunktsetzung nachvollziehen.
Schwerpunkt auch in der Kommunikation
Neben den Begriffen „trans“ und „woke“ spielt auch das Thema „Gendern“ eine wichtige Rolle in der politischen Kommunikation. 54 Prozent aller entsprechenden Nennungen in den vergangenen drei Jahren stammen von der FPÖ. Insgesamt identifizierte der Parlamentsdienst 802 Nennungen der untersuchten Begriffe in parlamentarischen Materialien und Presseaussendungen.
Auch bei den Presseaussendungen zeigt sich eine klare Verteilung: 95 Prozent der „woke“-Nennungen, 68 Prozent der „trans“-Nennungen, 61 Prozent der Nennungen zum Thema „Gender“ und 73 Prozent der Nennungen des Begriffs „Frühsexualisierung“ gehen auf die FPÖ zurück. Die Auswertung macht somit deutlich, wie stark diese Themen sowohl im Parlament als auch in der öffentlichen Kommunikation von einer Partei geprägt werden.

