Der queere Verein „Heublumen“ hat in Zell am See einen Meilenstein erreicht. Gemeinsam mit Partnerorganisationen feierten die Vereinsmitglieder den Beitritt des 100. Mitglieds im Lokal „Deins & Meins“. Was einst als kleine Initiative begann, hat sich inzwischen zu einem überregionalen Netzwerk entwickelt, das insbesondere im ländlichen Raum Sichtbarkeit und Unterstützung für LGBTIQ+-Personen schafft.
Vom kleinen Projekt zum Netzwerk
„Ich hätte nie gedacht, dass der Verein einmal so groß werden würde“, sagte Gründer und Obmann Florian Niederseer in seiner Rede. „Was 2021 mit einer heruntergeschnittenen Regenbogenfahne begann, ist heute ein Safer Space für so viele Menschen geworden.“ Diese Entwicklung zeigt, wie groß der Bedarf an queeren Angeboten außerhalb urbaner Zentren ist.
Im Juni 2021 hisste Niederseer anlässlich des Pride Months an seinem Elternhaus in Unken eine Regenbogenfahne. Kurze Zeit später wurde diese von Unbekannten heruntergeschnitten und gestohlen. Anstatt sich zurückzuziehen, reagierte Niederseer mit einer „Jetzt erst recht“-Einstellung. Er bestellte neue Fahnen, verteilte sie im Dorf und organisierte einen spontanen Pride-Marsch durch Unken – die Geburtsstunde der „Heublumen“.
Auch während der Jubiläumsfeier selbst wuchs die Community weiter. Vier neue Mitglieder traten dem Verein noch am selben Abend bei. Damit unterstreichen die „Heublumen” ihren Anspruch, einen offenen und zugänglichen Raum für queere Menschen im Pinzgau und darüber hinaus zu schaffen.
Drag-Performance sorgt für Sichtbarkeit
Der Abend wurde musikalisch von Drag Queen Lilly Hightower begleitet, die bereits seit der Unken Pride Parade 2024 eng mit dem Verein zusammenarbeitet. Mit ihrer Performance setzte sie ein sichtbares Zeichen für queere Kultur im ländlichen Raum. „Für mich ist es einfach wichtig, dass es Leute gibt, die queere Menschen auch auf dem Land sichtbar machen“, erklärte sie nach ihrem Auftritt. „Ich freue mich sehr, dabei zu sein.“
Neben der künstlerischen Unterstützung erhielt der Verein auch Anerkennung aus der Community. Vertreter:innen anderer Organisationen, darunter die Mistelbach Pride aus Niederösterreich, gratulierten zum Erfolg. Die Initiative aus dem Weinviertel bereitet derzeit ihre fünfte Pride Parade vor und zählt selbst zu den wichtigen regionalen Akteur:innen der Community.
Erstes eigenes Stadtfest geplant
Mit ihrem Wachstum richten die „Heublumen“ ihren Blick bereits auf kommende Projekte. So kündigte der Verein für den 20. Juni sein erstes eigenes Stadtfest an. Es soll im Zentrum von Saalfelden im Pinzgau stattfinden und als queeres Vorevent zur Sommersonnenwende dienen.
„Das Fest soll quasi ein Vorevent zum Sonnwendfeuer sein“, erklärte Virgil Lintner, stellvertretende Obperson des Vereins. Geplant ist ein bunter Nachmittag mit Drag-Shows und Performances lokaler Künstler:innen. „Wir möchten gemeinsam einen bunten Nachmittag feiern“, so Lintner: „Danach wollen wir gemeinsam die Sommersonnenwende feiern.“

