Nachdem am Montag bekannt geworden war, dass das Familienministerium unter Claudia Bauer (ÖVP) die Finanzierung des Anti-Rassismus-Vereins ZARA einstellt, springen nun zwei sozialdemokratisch geführte Ministerien ein.
Das Medien- sowie das Frauenministerium sichern die Finanzierung für das Jahr 2026 vollständig ab. Wie involvierte Kreise zuerst gegenüber dem Magazin profil bestätigten, stellen beide Ressorts jeweils 150.000 Euro aus ihren Budgets bereit.
Neue Geldquellen sichern Fortbestand
Kurz nach Bekanntwerden der drohenden Einstellung der Vereinsarbeit hatten Vizekanzler Andreas Babler und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ) erklärt, sie würden „alle Möglichkeiten prüfen“, um den Fortbestand des Vereins zu sichern. Nun folgt die konkrete Umsetzung dieser Ankündigung.
Die Entscheidung des Familienministeriums, die Förderung in Höhe von etwa 300.000 Euro aus „Spargründen” einzustellen, hatte zuvor auch innerhalb der Koalition für erhebliche politische Spannungen gesorgt. NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger erklärte am Rande des Ministerrats, diese Maßnahme sei „nicht abgesprochen gewesen”.
Breite Kritik an VP-Entscheidung aus Regierung und Opposition
Meinl-Reisinger betonte die Bedeutung der Arbeit von ZARA im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Hass im Netz. „Gerade in diesen Bereichen gibt es noch Luft nach oben – und genau hier leistet ZARA wertvolle Arbeit“, sagte sie.
Die Organisation betreibt sowohl eine Beratungsstelle für von Rassismus Betroffene als auch eine Meldestelle für Hass im Internet. Durch die ursprüngliche Entscheidung des Familienministeriums stand ZARA vor existenziellen Problemen. Im Jahr 2025 hatte die Förderung noch bei 330.000 Euro gelegen – etwa ein Drittel des Gesamtbudgets.

