HomeNewsChronikMutmaßlich queerfeindlicher Angriff vor Supermarkt in Göttingen

Mutmaßlich queerfeindlicher Angriff vor Supermarkt in Göttingen

Vor einem Supermarkt in Göttingen eskaliert am Freitagabend ein Streit. Die Polizei ermittelt wegen eines möglichen Hassdelikts und sucht Zeug:innen.

Am Freitagabend gegen 21:30 Uhr soll es vor einem Supermarkt in der Kurzen Geismarstraße in Göttingen zu einem mutmaßlich queerfeindlich motivierten Angriff gekommen sein. Dabei wurde eine vierköpfige Personengruppe angegriffen, wobei ein Mann nach bisherigen Erkenntnissen leichte Verletzungen erlitt. Die Polizei bestätigte den Vorfall und bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Streit eskaliert vor dem Markt

Ersten Ermittlungen zufolge gerieten zwei Göttinger im Alter von 40 und 36 Jahren zunächst mit der später angegriffenen Gruppe aneinander. Die Tatverdächtigen sollen die Gruppe gezielt wegen ihrer vermeintlichen sexuellen Orientierung beleidigt haben.

Als die vier Personen den Markt verließen, sollen die beiden Männer bereits vor dem Ausgang auf sie gewartet haben. Kurz darauf kam es zu einem körperlichen Angriff. Die Situation spitzte sich weiter zu, als die Polizei eintraf.

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Aggressives Verhalten gegenüber Einsatzkräften

Den Beamten gegenüber verhielt sich der 40-jährige Tatverdächtige laut Polizei sofort „hochaggressiv“. Die Einsatzkräfte mussten ihn überwältigen. Dabei leistete er erheblichen Widerstand, bevor er gefesselt werden konnte.

Der Mann soll die Polizist:innen fortlaufend beleidigt und bedroht haben – sowohl am Einsatzort als auch während des Transports und auf der Dienststelle. Gegen ihn wurden mehrere Verfahren eingeleitet, unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Bedrohung.

Offener Haftbefehl festgestellt

Der 40-Jährige erlitt während des Einsatzes eine leichte Gesichtsverletzung und wurde vor Ort medizinisch versorgt. Anschließend ordneten die Behörden eine Blutentnahme an. Bei der Identitätsprüfung stellte sich heraus, dass gegen ihn ein offener Haftbefehl vorlag. Da er den Betrag zur Haftentlassung nicht zahlen konnte, brachten ihn die Beamten in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf.

Der 36-jährige Mitbeschuldigte trat laut Polizei deutlich weniger aggressiv auf. Dennoch wird auch gegen ihn im Zusammenhang mit dem Angriff ermittelt. Die Beamten sprachen darüber hinaus einen Platzverweis für den Innenstadtbereich aus.

Das Staatsschutzkommissariat der Polizei Göttingen hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Diese Zuständigkeit ist bei mutmaßlicher Hasskriminalität üblich. Zeug*innen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (0551) 491-2115 zu melden.

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