Mit „Elska Regina” erscheint die mittlerweile 58. Ausgabe des internationalen Magazinprojekts Elska. Die Reihe porträtiert queere Männer aus aller Welt und verbindet dabei Fotografie mit persönlichen Texten. Für die aktuelle Ausgabe reiste der Herausgeber und Fotograf Liam Campbell in die beiden sehr unterschiedlichen kanadischen Provinzen Saskatchewan und Québec.
Die Reise beginnt in Regina, der Hauptstadt von Saskatchewan, und führt weiter nach Weyburn, das vor allem für sein letztes verbliebenes KFC All-you-can-eat-Buffet bekannt ist. Der zweite Teil der Ausgabe spielt in Québec, genauer gesagt in der ehemaligen Papiermacher-Metropole Trois-Rivières und in Tiohtià:ke, dem indigenen Namen von Montréal.
Insgesamt stellt das Magazin sieben Männer aus diesen vier Städten vor und zeigt ihren Alltag, ihre Körper und ihre Geschichten in einer direkten und persönlichen Bildsprache.
Kanada zwischen Prärie und Québec
Herausgeber und Fotograf Liam Campbell erklärt, dass die Reise ursprünglich gar nicht als neues Elska-Projekt geplant war. „Ich bin aus reiner Neugier nach Regina gereist, weil kaum jemand über Saskatchewan spricht oder dort Urlaub macht”, sagt er. „Dann habe ich den Fehler gemacht, meine Kameras mitzunehmen – und plötzlich habe ich Fotoshootings organisiert und Interviews geführt.“
Während seiner Arbeit in Saskatchewan habe ihn jedoch die konservative Stimmung der Region zunehmend beschäftigt. „Also bin ich weiter nach Québec gereist, in die Provinz, die den größten Kontrast verspricht”, so Campbell. Dadurch entstand eine Ausgabe mit zwei klar voneinander getrennten Hälften. Beide seien typisch kanadisch, würden aber unterschiedliche kulturelle Seiten des Landes zeigen.
Alle Teilnehmer wurden sowohl drinnen als auch draußen fotografiert – bekleidet und unbekleidet. Die Aufnahmen entstanden teilweise bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Laut Campbell blieb die Nacktfotografie allerdings auf Innenräume beschränkt.
Mehr Gedichte, mehr Analogfilm
Neben den Bildern spielt diesmal auch der Textteil eine besondere Rolle. Viele Beiträge sind als Gedichte gestaltet. Die Autoren ließen sich dabei unter anderem von Karen Solie, Huw Arwystli, Edward A. Lacey und sogar Taylor Swift inspirieren. Vier der Texte stammen direkt von den porträtierten Männern selbst.
Campbell beschreibt die Ausgabe als „super kreativ, super sexy und super spaßig”: Gleichzeitig sei sie experimenteller als frühere Ausgaben. Noch nie zuvor habe Elska so viele poetische Texte veröffentlicht.
Auch fotografisch setzt „Elska Regina” neue Akzente. So enthält diese Ausgabe mehr analoge Filmfotografie als jede vorherige Edition der Reihe. Es wurden vier verschiedene Filmtypen verwendet, die den Bildern einen rohen und spontanen Charakter verleihen.
Internationale Kultreihe
Elska erscheint seit mehreren Jahren und widmet jede Ausgabe einer anderen Stadt oder Region weltweit. Anstelle von Models oder inszenierten Hochglanzfotos präsentiert das Projekt vor allem ganz normale queere Männer und ihre persönlichen Geschichten.
Die neue Ausgabe „Elska Regina” ist ab sofort über die offizielle Website sowie in ausgewählten Shops erhältlich. Zusätzlich erscheint ein begleitendes E-Zine mit weiteren Bildern und Geschichten aus Kanada.














