Ein mutmaßliches Hassverbrechen hat sich in einem der beliebtesten queeren Clubs Belgrads ereignet. Laut der LGBTIQ+-Organisation „Da se zna!“ drangen drei Personen in den Club „Mornar“ („Matrose“) ein und sprühten Reizgas auf die Gäste einer Drag-Party. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Sonntag. Durch das Reizgas kam es unter den Anwesenden zu Husten, Atembeschwerden und Panik.
Angreifer laut Organisation identifiziert
Laut der Organisation hatte einer der Angreifer die Menschen vor dem Club zunächst bedroht. Kurz darauf kehrte er demnach mit zwei weiteren Männern zurück. Anschließend drangen sie in das Lokal ein und versprühten Reizgas.
„Da se zna!“ zufolge konnte anhand vorhandener Videoaufnahmen einer der Angreifer identifiziert werden. Der Fall wurde der Polizei gemeldet.
Kritik an Behörden
Die Organisation warnte vor zunehmendem Hass und wachsender Gewalt gegen queere Personen in Serbien. In Belgrad würden LGBTIQ+-Treffpunkte immer häufiger Ziel von Angriffen.
Bereits im Oktober des vergangenen Jahres habe es ähnliche Vorfälle gegeben. Damals wurden vor der Bar „Guvernanta“ queerfeindliche und Neonazi-Graffiti angebracht. Anschließend wurde in den Club „Mornar“ eingebrochen. Später kam es demnach auch zu einem körperlichen Angriff in der Bar „Guvernanta“.
Zahl der Vorfälle steigt
Im selben Zeitraum wurden am Platz der Republik in Belgrad zudem mehrere queere Personen körperlich angegriffen.
Die Organisation kritisierte, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in diesen Fällen nicht angemessen reagiert hätten. Laut einer weiteren Mitteilung wurden in diesem Jahr bereits mindestens 110 Vorfälle gegen Angehörige sexueller Minderheiten registriert.

