In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es in der Schönbrunner Straße in Wien-Margareten zu einem mutmaßlich queerfeindlichen Vandalenakt. Gegen 5 Uhr morgens schleuderte ein bislang unbekannter Täter eine Prosecco-Flasche mit voller Wucht gegen die Eingangstür des „Gayt Store“. Die Flasche durchschlug zwei jeweils fünf Millimeter starke Glasscheiben. Anschließend fotografierte der Täter die beschädigte Tür mit seinem Handy.
Angriff in den frühen Morgenstunden
Thomas Wucherer, der das Geschäft gemeinsam mit seinem Mann führt, wurde am Samstagmorgen von der Polizei über den Vorfall informiert. „Ich wurde von der Polizei geweckt“, erinnert er sich gegenüber GGG.at. Vor Ort zeigte sich rasch das Ausmaß der Beschädigung.
„Es war definitiv kein Einbruchsversuch, sondern ein Angriff auf uns“, ist sich Wucherer sicher. Der Tathergang spreche aus seiner Sicht klar gegen ein kriminelles Motiv im klassischen Sinn. „Wenn er hätte einbrechen wollen, hätte er die großen Schaufenster eingeschlagen, nicht die kleinen Fenster bei der Tür“, erklärt er.
Der aktuelle Angriff ist laut Wucherer kein Einzelfall. „Es gibt auch jemanden, der jede Woche auf unsere Fenster spuckt“, sagt er. Zudem hätten vor rund zwei Monaten Jugendliche die Pride-Fahne vor dem Eingang heruntergerissen. Die wiederholten Vorfälle würden ein beunruhigendes Muster erkennen lassen.
Serie von Vorfällen sorgt für Beunruhigung
Der „Gayt Store“ ist in der Nachbarschaft und darüber hinaus als offen queerer Ort sichtbar. Genau das könnte ihn zur Zielscheibe machen, vermuten die Betreiber. Eine offizielle Bestätigung für ein queerfeindliches Motiv liegt derzeit nicht vor.
Das Geschäft versteht sich nicht nur als Verkaufsraum für Toys und Unterwäsche. „Wir wollen ein Ort der Begegnung sein – nicht nur für die schwule Community“, sagt Wucherer. Mit der „Gayt Gallery“ finden im Store auch Ausstellungen statt, die diesen Anspruch unterstreichen und Raum für künstlerischen Ausdruck schaffen.

