Am Dienstagvormittag kam es in der Kirchstraße in Berlin-Zehlendorf zu einem queerfeindlichen Vorfall. Nach Angaben der Berliner Polizei soll ein 45-jähriger Mann gegen 11:40 Uhr einen 41-Jährigen angesprochen und ihn dabei auf abwertende Weise als homosexuell bezeichnet haben. Anschließend soll der Tatverdächtige eine Schreckschusswaffe auf das Opfer gerichtet haben, ohne jedoch einen Schuss abzugeben.
Polizei findet Tatverdächtigen in der Nähe
Die sofort alarmierten Einsatzkräfte suchten nach dem Mann und trafen ihn kurze Zeit später in der Nähe des Tatorts an. Bei der Durchsuchung seines Rucksacks entdeckten die Beamt:innen eine Schreckschusswaffe. Die Polizei beschlagnahmte die Waffe und sicherte sie als Beweismittel.
Eine freiwillige Atemalkoholkontrolle ergab bei dem 45-Jährigen einen Wert von rund 3,3 Promille. Anschließend brachten die Einsatzkräfte den Mann in Polizeigewahrsam. Dort erfolgte eine erkennungsdienstliche Behandlung.
Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen
Die weiteren Ermittlungen führt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin. Die Behörde übernimmt Fälle, bei denen ein politisches Motiv oder Hasskriminalität vermutet wird.
Die Polizei machte zunächst keine weiteren Angaben zum Hintergrund der Tat oder zur Beziehung zwischen dem Tatverdächtigen und dem Betroffenen.
Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

