HomePolitikInternationalRazzia bei „Gay-Party“ in Kuala Lumpur: 51 Männer festgenommen

Razzia bei „Gay-Party“ in Kuala Lumpur: 51 Männer festgenommen

Die malaysische Polizei hat bei einer nächtlichen Razzia in einem Luxushotel in Kuala Lumpur insgesamt 51 Männer festgenommen. Ermittler sprechen von Drogenkonsum und „unmoralischen Aktivitäten“.

In den frühen Morgenstunden des Sonntags stürmten Einsatzkräfte ein Hotel in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Laut Angaben der Behörden soll dort eine mutmaßliche „Gay-Party“ stattgefunden haben. Festgenommen wurden 23 malaysische Staatsangehörige sowie 28 ausländische Männer im Alter zwischen 21 und 52 Jahren.

Die Polizei erklärte, bei der Aktion verschiedene Drogen sichergestellt zu haben. Deren geschätzter Straßenwert liegt den Behörden zufolge bei mehr als 21.000 Euro. Dabei handelte es sich überwiegend um verschiedene Formen von MDMA sowie um mehr als elf Gramm Ketamin.

Zahlreiche Männer positiv auf Drogen getestet

Alle Festgenommenen mussten sich einem Drogentest unterziehen. Laut Polizei fielen 36 Tests positiv aus.  Einer der Verdächtigen war bereits wegen eines Drogendelikts vorbestraft.

Hussein Omar Khan, Leiter der Betäubungsmittel-Einheit, erklärte: „Diese Gruppe nutzte Zimmer in gehobenen Hotels zur Unterhaltung und zum Drogenmissbrauch und war mutmaßlich an unmoralischen Aktivitäten beteiligt.“

Noch vor Beginn der Razzia wurde laut Polizei ein Mann, der sich mutmaßlich auf der Veranstaltung befand, bewusstlos in der Lobby des Hotels aufgefunden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er später für tot erklärt wurde. Angaben zur Todesursache machten die Behörden bisher nicht.

Ermittlungen nach strengen Drogengesetzen

Die festgenommenen Männer befinden sich derzeit für mehrere Tage in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen weiterlaufen. Nach Angaben der Polizei wird der Fall nach mehreren Abschnitten des malaysischen Betäubungsmittelgesetzes untersucht.

Homosexualität ist in Malaysia sowohl nach weltlichem als auch nach islamischem Recht verboten. Bislang wurden gegen die Männer jedoch keine Anklagen im Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung erhoben.

Die festgenommenen Männer befinden sich seit mehreren Tagen in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen weiterlaufen. Laut Polizei haben die Verdächtigen gegen mehrere Paragrafen des malaysischen Betäubungsmittelgesetzes verstoßen.

Malaysia zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen. Bei Verurteilungen wegen Drogenhandels drohen lebenslange Haftstrafen oder in bestimmten Fällen sogar die Todesstrafe.

Gleichzeitig ist Homosexualität in Malaysia sowohl nach weltlichem als auch nach islamischem Recht verboten. Bislang wurden gegen die Männer jedoch keine Anklagen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung erhoben.

Queere Community in Malaysia zunehmend unter Druck

Die Razzia reiht sich in eine Serie von Maßnahmen gegen Veranstaltungen und Treffpunkte der LGBTIQ+-Community in Malaysia ein. Bereits im Verlauf des letzten Jahres wurden mehrere Veranstaltungen und Lokale gestürmt, dabei wurden zahlreiche Menschen festgenommen.

Erst im Jänner hatte die Regierung ein Hotel geschlossen, das sich öffentlich als „gay friendly“ beworben hatte. Für Diskussionen sorgte zudem ein Abgeordneter der Regierung mit der Aussage, arbeitsbedingter Stress könne Menschen zu einem „LGBT-Lebensstil“ verleiten.

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