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ORF rückt queere Geschichte im Pride Month in den Mittelpunkt

Von antiken Kriegern über die Stonewall-Proteste bis hin zur Wiener Regenbogenparade: Der ORF widmet dem Pride Month 2026 einen umfangreichen Programmschwerpunkt. Im Zentrum stehen Dokumentationen, Kulturformate und historische Geschichten über queeres Leben und seinen Platz in der Gesellschaft.

Es ist eine Geschichte, die Historiker seit Jahrzehnten beschäftigt. Vor mehr als 2.000 Jahren soll im antiken Griechenland eine Eliteeinheit aus 300 Männern gekämpft haben, die nicht nur durch ihre militärischen Fähigkeiten, sondern auch durch ihre persönlichen Beziehungen verbunden war. Die sogenannte Heilige Schar von Theben bestand der Überlieferung nach aus 150 Liebespaaren und soll sogar die gefürchteten Spartaner besiegt haben.

Ob es diese Truppe tatsächlich gegeben hat, untersucht die neue „Universum History“-Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“. Der Film von Regisseur Lefteris Charitos feiert am Freitag, dem 5. Juni 2026, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Premiere. Neu entdeckte Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert sowie archäologische Funde sollen dabei helfen, die historischen Berichte neu einzuordnen.

Eine Legende zwischen Mythos und Forschung

Die Heilige Schar wurde laut antiken Quellen im Jahr 379 v. Chr. gegründet. Zu dieser Zeit rivalisierten die griechischen Stadtstaaten Athen, Sparta und Theben um Macht und Einfluss. Schriftsteller wie Plutarch berichten, dass die 300 Kämpfer über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Truppen ihrer Zeit gehörten. Selbst zahlenmäßig überlegene Gegner sollen sie besiegt haben.

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Im Mittelpunkt der Dokumentation steht die Frage, ob die engen emotionalen Bindungen innerhalb der Einheit zu ihrer außergewöhnlichen Kampfkraft beitrugen. Die Geschichte der Heiligen Schar endet schließlich in der Schlacht von Chaironeia im Jahr 338 v. Chr., als Philipp II. von Makedonien gemeinsam mit seinem Sohn Alexander die griechischen Truppen besiegte. Der Überlieferung zufolge kämpften die Männer der Heiligen Schar bis zuletzt und wurden auf dem Schlachtfeld begraben.

Von Stonewall bis zur Gegenwart

Neben der Antike beleuchtet der ORF auch prägende Momente der modernen LGBTQI-Geschichte. Am 7. Juni zeigt ORF 2 die Dokumentation „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“. Regisseurin Mathilde Fassin zeichnet die Ereignisse rund um das Stonewall Inn in New York nach, wo sich im Juni 1969 Gäste einer Polizeirazzia widersetzten.

Der Aufstand gilt heute als Wendepunkt der internationalen LGBTQI-Bewegung. Zeitzeugenberichte und aktuelle Stimmen zeigen im Film, welche Auswirkungen die damaligen Proteste bis heute haben und warum Fragen von Gleichberechtigung und Akzeptanz weiterhin aktuell bleiben.

Queeres Leben zwischen Aufbruch und Verfolgung

Mit den beiden Teilen von „Meilensteine queerer Geschichte“ widmet sich „Universum History“ außerdem queeren Lebensrealitäten im 20. Jahrhundert. Der erste Film „Verbotenes Begehren“, zu sehen am 12. Juni, erzählt die Geschichte der jungen Wienerin Margarethe Csonka, die von ihren Eltern zu Sigmund Freud geschickt wird, weil sie Frauen liebt. Die Dokumentation verbindet historische Fakten mit nachgestellten Szenen und zeichnet ein Bild der frühen Emanzipationsbewegungen in Wien und Berlin.

Eine Woche später folgt „Verfolgte Liebe“. Im Mittelpunkt steht Josef Kohout, dessen Schicksal stellvertretend für die Verfolgung homosexueller Menschen während der NS-Zeit steht. Nach seiner Verhaftung verbringt er mehrere Jahre im Konzentrationslager. Seine später veröffentlichten Erinnerungen wurden zu einem wichtigen Zeugnis der schwulen Emanzipationsbewegung nach dem Krieg.

Kultur und Jubiläum der Regenbogenparade

Auch das Kulturprogramm des ORF greift den Pride Month auf. So beschäftigt sich der „kulturMONTAG“ am 8. Juni mit der neuen Inszenierung von Johann Strauß’ „Die Fledermaus“ an der Volksoper Wien. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt dabei Tom Neuwirth, bekannt als Conchita Wurst, der in der Rolle des „Frosch“ auf der Bühne steht. Die Produktion setzt bewusst auf zeitgemäße und queere Perspektiven.

Ein Höhepunkt des Monats ist außerdem die Wiener Regenbogenparade. Sie findet heuer bereits zum 30. Mal statt und zieht am 13. Juni über die Ringstraße. Der ORF begleitet das Jubiläum mit einem Live-Spezial auf ORF ON sowie einer abendlichen Zusammenfassung in ORF 1. Moderiert wird „Regenbogenparade 26 – Pride and Party“ von Fanny Stapf und Grazia Patricia, die die wichtigsten Momente des Tages präsentieren.

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