Die evangelische Glaubenskirche in Wien-Simmering wurde erneut Ziel eines Angriffs. Nach Angaben der Pfarrgemeinde versuchten Unbekannte in der vergangenen Woche, die auf dem Dach der Kirche gehisste Regenbogenfahne in Brand zu setzen. Die Gemeinde spricht von einem gezielten Angriff auf ein Symbol der Vielfalt und des respektvollen Zusammenlebens.
Wiederholte Angriffe auf sichtbares Zeichen der Offenheit
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Fahne wiederholt beschädigt und mutwillig zerstört. Im Vorjahr haben Unbekannte die Flagge mit einem Messer zerschnitten und gestohlen. Für die Gemeinde ist die Regenbogenfahne ein sichtbares Zeichen, dass Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrem Alter oder ihrem sozialen Hintergrund willkommen sind.
Die Pfarrgemeinde reagierte mit einer ausführlichen Stellungnahme. Darin heißt es: „Wir stehen weiterhin mutig und entschlossen für Vielfalt, Menschenwürde und Zusammenhalt.“ Die Verantwortlichen betonten, dass ihre Haltung im christlichen Menschenbild, in der Nächstenliebe und in der Würde jedes Menschen verwurzelt sei.
Gemeinde zeigt sich betroffen und entschlossen
Die Mitglieder der Gemeinde zeigen sich in einer Stellungnahme betroffen, verletzt und verärgert über den Vorfall. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass Einschüchterungsversuche keinen Einfluss auf ihre Grundhaltung haben werden.
Nach Auffassung der Kirche steht die Regenbogenfahne für die Überzeugung, dass alle Menschen von Gott gewollt, geliebt und mit derselben Würde ausgestattet sind. Wer die Fahne angreift, richte sich daher nicht nur gegen ein Stück Stoff, sondern gegen Werte wie Offenheit, Vielfalt und friedliches Zusammenleben.
Regenbogenfahne bleibt auf dem Kirchendach
Die Gemeinde kündigt an, die Regenbogenfahne weiterhin gut sichtbar zu zeigen: „Sie wird daher weiterhin auf unserer Kirche wehen.“ Die Verantwortlichen betonen, dass sich Offenheit und Menschenfreundlichkeit nicht durch Zerstörung beseitigen lassen.
Die Glaubenskirche gilt seit Jahren als Vorreiterin in Fragen der Akzeptanz und Gleichberechtigung. Bereits in den 1990er-Jahren wurde dort erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet. Auch in den vergangenen Jahren setzte die Gemeinde wiederholt Zeichen für die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Menschen innerhalb der Kirche.
Zeichen gegen Ausgrenzung und Hass
In ihrer Erklärung weist die Pfarrgemeinde auf gesellschaftliche Spannungen, eine zunehmende Polarisierung sowie immer aggressiver werdende Debatten hin. Gerade deshalb wolle man bewusst ein entgegenstehendes Signal senden. Die Kirche stehe für Hoffnung statt Angst, für Respekt statt Ausgrenzung und für Miteinander statt Feindseligkeit.
Zum Abschluss bekräftigt die Gemeinde ihre Haltung mit klaren Worten: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir halten fest an einer Kirche, die Menschen willkommen heißt. Wir halten fest an der Hoffnung. Wir halten fest an der Liebe zum Nächsten.“ Damit betont die evangelische Pfarrgemeinde Wien-Simmering, dass sie ihren Kurs trotz des neuerlichen Angriffs unverändert fortsetzen wird.

