HomeGesundheitGeschlechtskrankheiten Ausbruch in Berlin: Seltenes Bakterium trifft vor allem schwule Männer

[FAQ] Ausbruch in Berlin: Seltenes Bakterium trifft vor allem schwule Männer

In Berlin sind mehrere Infektionen mit einem seltenen Bakterium registriert worden. Die Fälle betreffen bislang vor allem schwule und bisexuelle Männer. Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung aufmerksam, stufen das Risiko für die Bevölkerung jedoch als gering ein.

Seit Mitte Mai verzeichnen die Berliner Gesundheitsbehörden eine auffällige Häufung von Infektionen mit dem seltenen Bakterium Dermatophilus congolensis. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso) sind bislang mindestens 15 Fälle in Berlin und Brandenburg bekannt geworden. Auffällig ist, dass nahezu ausschließlich Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), betroffen sind. 

Hinweise auf Übertragungen in sexuellen Netzwerken

Die genaue Ursache dieser Häufung wird derzeit untersucht.  Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Übertragungen im Zusammenhang mit anonymen sexuellen Kontakten stattgefunden haben könnten. Häufig nannten Betroffene Besuche von Schwulensaunen vor dem Auftreten der Symptome. 

Stephanie Reisinger vom Lageso erklärte dem Magazin Schwulissimo gegenüber, dass die bisher vorliegenden Daten auf Übertragungen innerhalb sexueller Netzwerke von MSM hindeuten. Ähnliche Muster seien bereits bei anderen Infektionen wie Mpox oder Shigellose beobachtet worden. 

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Bakterium stammt ursprünglich aus der Tierwelt

Dermatophilus congolensis gilt als Zoonose. Das bedeutet, dass die Krankheit ursprünglich von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Das Bakterium kommt besonders häufig bei Rindern, Pferden und Schafen vor. Infektionen beim Menschen sind normalerweise selten und treten meist nach Kontakt mit infizierten Tieren auf. 

Die aktuellen Fälle unterscheiden sich jedoch von den bisher bekannten Infektionsmustern. Viele Betroffene hatten keinen Kontakt zu Nutztieren oder zu ländlichen Gebieten. Deshalb prüfen Fachleute, ob sich das Bakterium inzwischen effizienter von Mensch zu Mensch übertragen könnte. 

Hautausschläge sind das häufigste Symptom

Die Erkrankung geht mit entzündlichen Hautveränderungen einher. Typisch sind gerötete, schuppige oder pustulöse Hautstellen, die häufig kreisförmig auftreten. Die Ausschläge entwickeln sich oft an Körperregionen, die bei sexuellen Kontakten besonders exponiert sind. 

Nach bisherigen Erkenntnissen verliefen alle bekannten Fälle mild. Viele Infektionen heilten von selbst oder konnten erfolgreich mit antiseptischen Waschlösungen, medizinischen Shampoos und Antibiotika behandelt werden. Das Bakterium gilt als empfindlich gegenüber mehreren gängigen Antibiotika. 

RKI stuft Risiko derzeit als gering ein

Das Robert Koch-Institut bewertet die Risiken für die Bevölkerung sowie für MSM derzeit als gering. Ausschlaggebend hierfür seien die niedrige Fallzahl, die gute Behandelbarkeit und die bislang milden Krankheitsverläufe. 

Das RKI steht laut dem deutschen Gesundheitsministerium in engem Austausch mit dem Lageso sowie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Weitere Maßnahmen sind aktuell nicht geplant. Ärzt:innen werden jedoch sensibilisiert, bei entsprechenden Hautsymptomen auch an eine Infektion mit Dermatophilus congolensis zu denken. 

Empfehlungen für Betroffene

Die Gesundheitsbehörden raten Personen, die unter ungewöhnlichen Hautausschlägen oder Hautläsionen leiden, ärztlichen Rat einzuholen. Bis zur Klärung der Ursache sollten enge körperliche Kontakte möglichst vermieden werden. Zudem wird empfohlen, auf sexuelle Kontakte mit Personen zu verzichten, die sichtbare Hautveränderungen aufweisen. Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten auch im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten wie Mpox. 


FAQ: Dermatophilus congolensis – Häufige Fragen zum seltenen Bakterium

Was ist Dermatophilus congolensis?

Dermatophilus congolensis ist ein Bakterium, das die Hautkrankheit Dermatophilose verursacht. Es kommt normalerweise bei Nutztieren wie Rindern, Schafen und Pferden vor.

Welche Symptome verursacht Dermatophilus congolensis?

Typische Symptome sind gerötete, schuppige, verkrustete oder pustulöse Hautausschläge. Die Hautveränderungen können kreisförmig auftreten und teilweise eitrig werden.

Ist Dermatophilus congolensis sexuell übertragbar?

Die aktuellen Untersuchungen deuten darauf hin, dass Übertragungen im Zusammenhang mit engem körperlichen und sexuellem Kontakt möglich sind. Die Forschung zu den genauen Übertragungswegen läuft jedoch noch.

Wie wird Dermatophilose behandelt?

Milde Fälle können von selbst ausheilen. Bei Bedarf kommen antiseptische Waschlösungen, medizinische Shampoos oder Antibiotika zum Einsatz.

Ist Dermatophilus congolensis gefährlich?

Nach den bisher bekannten Fällen verläuft die Erkrankung meist mild und ist gut behandelbar. Gesundheitsbehörden stufen das Risiko aktuell als gering ein.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei ungeklärten Hautausschlägen, Hautläsionen oder pustulösen Hautveränderungen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

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