Nach dem mutmaßlich queerfeindlich motivierten Angriff auf ein schwules Paar in einem Hotelzimmer in Unterhaching bei München sitzen zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Wie die Polizei mitteilte, wurden die 51-jährige Mutter und der 23-jährige Zwillingsbruder eines der Opfer am Freitag festgenommen. Beide wohnen in München und befinden sich mittlerweile in unterschiedlichen bayerischen Justizvollzugsanstalten.
Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Der Angriff ereignete sich in der Nacht zum 8. Juni. Nach bisherigen Erkenntnissen hielten sich ein 23-jähriger Mann und sein 21-jähriger Partner in einem Hotelzimmer in Unterhaching auf, als die beiden Tatverdächtigen gegen 4:45 Uhr in das Zimmer eindrangen. Alle Beteiligten sind bulgarische Staatsangehörige.
Im Verlauf der Ermittlungen bestätigten sich laut Polizei zahlreiche Hinweise auf eine queerfeindliche Tatmotivation. Aufgrund dieser Erkenntnisse übernahm die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen. Mittlerweile werden die polizeilichen Untersuchungen vom Kommissariat 11 geführt.
Angriff mit Schere und Bratpfanne
Den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler zufolge soll die 51-jährige Mutter mehrfach mit einer Schere auf den 21-jährigen Partner ihres Sohnes eingestochen haben. Dessen Zwillingsbruder soll den Mann unterdessen mit Fäusten und einer Bratpfanne angegriffen haben.
Der 23-jährige Partner des Angegriffenen versuchte den bisherigen Erkenntnissen zufolge einzugreifen. Dabei wurden beide Männer verletzt. Der 21-Jährige musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ein Mitarbeiter des Hotels wurde durch Hilferufe auf den Vorfall aufmerksam. Er alarmierte umgehend die Polizei. Die mutmaßlichen Täter konnten zunächst vom Tatort fliehen.
Haftbefehle wegen gefährlicher Körperverletzung
Zwar wurden die beiden Verdächtigen nach den ersten polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt, doch führten die weiteren Ermittlungen zu einer neuen Bewertung des Falls.
Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft München erließ das Amtsgericht Haftbefehle gegen die 51-jährige Mutter und ihren 23-jährigen Sohn. Die Justiz wirft ihnen unter anderem gefährliche Körperverletzung vor.
Am Freitag wurden die beiden Beschuldigten festgenommen. Seitdem befinden sie sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Tatablauf dauern an.

