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Queerfeindlicher Angriff überschattet LGBTIQ+-Chorfestival in Brüssel

Ein queerfeindlicher Angriff auf zwei Teilnehmer des internationalen LGBTIQ+-Chorfestivals „Various Voices” in Brüssel sorgt für Bestürzung. Die beiden Briten wurden bei der Gewalttat verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Ein queerfeindlicher Vorfall hat das LGBTIQ+-Chorfestival „Various Voices“, das in Brüssel stattfindet, erschüttert. James und Simon, zwei Mitglieder von LGBTIQ+-Chören aus Großbritannien, waren am Donnerstagabend gemeinsam mit zwei weiteren Personen auf dem kurzen Fußweg von der Brüsseler Szene zu ihrem Hotel unterwegs, als sie von mehreren Männern attackiert wurden.

Angriff auf dem Rückweg zum Hotel

Während sie Hand in Hand gingen, sollen mehrere Männer zunächst Flüssigkeit auf die Gruppe geschüttet haben. Als Simon sich umdrehte, erweckten die Verdächtigen zunächst den Eindruck, kein Englisch zu verstehen. Kurz darauf wurde erneut Flüssigkeit über sie gegossen.

Daraufhin entschied sich die Gruppe, die Männer auf ihr Verhalten anzusprechen. Simon sagte ruhig: „Das ist nicht in Ordnung.“ James machte nach eigenen Angaben ein Foto der Männer. Unmittelbar danach sei einer der Verdächtigen auf ihn losgegangen und habe ihn mehrfach gegen Kiefer, Hals und Kopf geschlagen. James stürzte auf das Kopfsteinpflaster und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung sowie mehrere schwere Hämatome.

Mehrere Angreifer sollen beteiligt gewesen sein

James berichtet, dass er sich an den eigentlichen Angriff nur teilweise erinnern könne. Laut seinen Begleitern seien plötzlich mehrere weitere Männer hinzugekommen, sodass ihn insgesamt etwa sieben Personen umringt hätten. Besonders deutlich erinnere er sich an Simons Ruf: „Nicht ihn! Lasst ihn in Ruhe!“

Simon und die beiden weiteren Begleiter griffen ein und konnten die Angreifer eigenen Angaben zufolge zurückdrängen. Dabei wurde Simon mehrfach ins Gesicht geschlagen.

Nach dem Angriff eilten zahlreiche Menschen aus umliegenden Lokalen zur Hilfe. Die mutmaßlichen Täter flüchteten. Passanten begleiteten die Verletzten zur Polizei, die umgehend einen Rettungswagen alarmierte. Beide Opfer wurden anschließend in einem Krankenhaus untersucht und behandelt.

Ärzte bestätigen Verletzungen

Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben, dass Simon bei dem Angriff einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten hatte. James erlitt mehrere Blutergüsse und eine leichte Gehirnerschütterung. Einige Zähne wurden verschoben, konnten jedoch erhalten werden.

In ihrer Stellungnahme betonen James und Simon, dass sie nicht ausgeraubt wurden. Ihrer Einschätzung nach zielte der Angriff ausschließlich auf ihre sichtbare queere Identität ab. Sie vermuten, dass die Täter gezielt Menschen aus der LGBTIQ+-Community ins Visier genommen haben.

Festival trotz Angriff fortgesetzt

Trotz seiner Verletzungen entschied sich Simon, bereits am folgenden Abend wieder aufzutreten. Gemeinsam mit seinem Chor, den „Barberfellas“, eröffnete er das Konzert „Royalties“, bei dem auch der ukrainische LGBTIQ+-Chor „Queer Essence“ mitwirkte. James schrieb später, er sei stolz auf diese Entscheidung und sehe darin ein Zeichen der Solidarität und des Widerstands gegen Einschüchterung.

„Various Voices“ gilt als eines der größten europäischen Festivals für LGBTQI+-Chöre und findet alle vier Jahre in einer anderen Gastgeberstadt statt. In diesem Jahr kamen rund 4.000 Sängerinnen und Sänger aus zahlreichen Ländern nach Brüssel.

James und Simon bedanken sich ausdrücklich bei den Festivalorganisatoren, den Einsatzkräften, dem medizinischen Personal sowie den vielen Menschen, die ihnen unmittelbar nach dem Angriff geholfen haben. Gleichzeitig rufen sie dazu auf, Hasskriminalität konsequent entgegenzutreten und Betroffene zu unterstützen.

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