Das Gymnasium Horn ist zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit von einer schweren Sachbeschädigung betroffen. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni beschmierten bislang unbekannte Täter die Laufbahn des Sportplatzes mit einer 40 Meter langen, queerfeindlichen Aufschrift. Das berichtet die Kronen Zeitung . Aufgrund des Vorfalls sagte die Schulleitung eine für die letzte Schulwoche geplante Übernachtung von Schülerinnen und Schülern vorsorglich ab.
Ermittlungen nach großflächiger Schmieraktion
Die aufgemalte Botschaft verunglimpft die gesamte LGBTIQ+-Community. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Schriftzüge mit Dispersionsfarbe auf die Laufbahn aufgetragen. Die Buchstaben erstrecken sich jeweils über die gesamte Breite einer Bahn. Insgesamt misst die Bemalung laut Landespolizeidirektion Niederösterreich 40 Meter in der Länge und drei Meter in der Breite. Vom Boden aus ist der Text nur eingeschränkt lesbar.
Richard Braunsteiner, Maler aus Horn, schätzt, dass die Aktion vorbereitet wurde, da die Ausführung sehr sorgfältig ist. „Das Ganze sieht auf dem Foto sehr professionell und ordentlich aus. Es wurde offensichtlich mit Pinsel oder Rolle gemalt, nicht gesprayt“, erklärte er gegenüber der Krone. Auch das gleichmäßige Schriftbild lasse vermuten, dass lediglich eine Person die Aufschrift angebracht habe.
Schaden könnte bis zu 50.000 Euro betragen
Die Polizei bestätigte den Vorfall und bezifferte den möglichen Sachschaden auf 40.000 bis 50.000 Euro – falls die Laufbahn vollständig erneuert werden muss. Die Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Horn. Zu möglichen Tatverdächtigen oder einem Motiv wurden bislang keine weiteren Angaben gemacht.
Bereits zuvor war die Schule Ziel eines ähnlichen Vandalenakts geworden. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Bildungsdirektion verweist auf laufendes Verfahren
In Horn wird als mögliches Tatmotiv spekuliert, dass im Pride-Monat Juni eine Regenbogenflagge am Gymnasium sowie an weiteren Gebäuden in Horn gehisst war. Ob das tatsächlich mit der Tat in Verbindung steht, ist allerdings bislang nicht belegt.
Gymnasialdirektor Michael Ableidinger verweist Anfragen an die Bildungsdirektion Niederösterreich. Von dort hieß es lediglich, dass wegen der laufenden polizeilichen Ermittlungen derzeit keine Auskünfte zu dem Vorfall erteilt werden können.

