HomeNewsChronikSachsen: Eierwurf und Störversuche überschatten CSD in Freiberg

Sachsen: Eierwurf und Störversuche überschatten CSD in Freiberg

Rund 500 Menschen gingen beim CSD in Freiberg für Vielfalt und Akzeptanz auf die Straße. Mehrere Zwischenfälle führten zu Polizeieinsätzen, darunter ein Eierwurf, bei dem ein Demonstrationsteilnehmer leicht verletzt wurde.

Der dritte Christopher Street Day (CSD) in der sächsischen Stadt Freiberg wurde am Samstag von mehreren Störungen begleitet. Laut der Polizeidirektion Chemnitz beteiligten sich rund 500 Menschen an der Parade. Währenddessen registrierten die Einsatzkräfte am Rande der Veranstaltung mehrere Straftaten. Gegen einen 18-Jährigen und einen 39-Jährigen wird nun ermittelt.

Polizeieinsatz bereits zum Auftakt

Die Versammlung begann um 14 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz. Bereits kurz nach Beginn mussten Polizeikräfte eingreifen. Laut Polizei hatte ein 39-jähriger Passant Teilnehmer der Veranstaltung beleidigt und angepöbelt.

Als die Beamt:innen die Situation klären wollten, soll der Mann aggressiv reagiert, die Einsatzkräfte beleidigt und sich gegen die Maßnahmen gewehrt haben. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Teilnehmer durch Eierwurf verletzt

Danach setzte sich der Demonstrationszug durch die Freiberger Innenstadt in Bewegung. Während sich der Aufzug auf der Petersstraße befand, kam es zu einem weiteren Vorfall: Aus einem Gebäude entlang der Strecke wurden Eier auf die Demonstration geworfen. Ein 25-jähriger Teilnehmer wurde von einem Ei am Ohr getroffen und dabei leicht verletzt.

Kurze Zeit später trafen Einsatzkräfte am Rande der Demonstration auf einen 18-jährigen Syrer. Laut einem Bericht der Freien Presse trug der Mann zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Unterhose. Als die Beamten seine Personalien feststellen wollten, soll er Widerstand geleistet haben. Gegen ihn wird nun wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Weitere Vorfälle entlang der Demonstrationsstrecke

Laut Polizeiangaben blieb es nicht bei den beiden Einsätzen. Im Verlauf der Demonstration kam es wiederholt zu queerfeindlichen Äußerungen und Provokationen durch Personen am Straßenrand. Insgesamt nahm die Polizei im Zusammenhang mit dem CSD fünf Straftaten auf. Aufgrund möglicher Gegenproteste war die Strecke der Demonstration im Vorfeld nicht öffentlich bekannt gegeben worden. Offizielle Gegenkundgebungen wurden nicht angemeldet.

Für die Absicherung der Veranstaltung waren rund 180 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei. Die Demonstration endete gegen 18:30 Uhr wieder am Bahnhofsvorplatz.

Erinnerung an Zwischenfall in Chemnitz

Der Eierwurf in Freiberg erinnert an einen ähnlichen Vorfall beim CSD in Chemnitz in der Vorwoche. Auch dort wurden Eier auf Teilnehmende geworfen. Dabei wurde ein Rollstuhlfahrer getroffen und leicht verletzt. In diesem Fall ermittelt die Polizei ebenfalls wegen Körperverletzung.

Der CSD in Freiberg stand in diesem Jahr unter dem Motto „Farbe bekennen – das Patriarchat muss brennen!”. Dieses hatte bereits vor der Veranstaltung Diskussionen ausgelöst.

Außerdem war ein Antrag im Freiberger Stadtrat, zum CSD die Regenbogenflagge am Rathaus zu hissen, zuvor mehrheitlich abgelehnt worden. Dennoch beteiligten sich mehrere Stadtratsmitglieder an der Demonstration und bekundeten ihre Unterstützung für die Rechte queerer Menschen.

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