HomeSzeneSteiermarkAufsteirern: PantherInnen bleiben ausgeladen, Land wäscht seine Hände in Unschuld

Aufsteirern: PantherInnen bleiben ausgeladen, Land wäscht seine Hände in Unschuld

Dieses Jahr sind die RosaLila PantherInnen beim "Aufsteirern" nicht dabei. Der Veranstalter hüllt sich über die Gründe in Schweigen - und aus dem Büro von FPÖ-Landeshauptmann Kunasek heißt es, man habe damit nichts zu tun.

Die RosaLila PantherInnen (RLP) werden bei der diesjährigen Ausgabe des „Aufsteirern” in Graz nicht vertreten sein, da sie von der veranstaltenden Ivents Kulturagentur nicht eingeladen wurden. Die Gründe dafür bleiben unklar: Gegenüber der Kleinen Zeitung war von Ivents dazu niemand für eine Stellungnahme erreichbar. 

Die PantherInnen bedauern das sehr, denn zum 25-jährigen Jubiläum des Fests gibt es dieses Jahr einige Neuerungen: So wird die Grazer Herrengasse erstmals zwei Tage lang bespielt und es soll eine Hütte von Sozialvereinen hinzukommen.

Das Landeshauptmannbüro verweist auf die Zuständigkeit der Veranstalter

Das Büro von Landeshauptmann und Volkskulturreferent Mario Kunasek (FPÖ) erklärte gegenüber der Kleinen Zeitung, man habe mit dem Aus für die Hütte der PantherInnen nichts zu tun – das sei allein Sache der Veranstalter. 

Diese Darstellung steht allerdings im Widerspruch zum Vorjahr: Damals wollte das Land Steiermark, das das Fest jährlich mit 660.000 Euro fördert, zunächst die Teilnahme der RLP unterbinden. Erst nach einem öffentlichen Aufschrei kam es zu einem Gipfeltreffen in der Grazer Burg, bei dem sich Vertreter des Landeshauptmannbüros, die „Aufsteirern“-Veranstalter und die Panther:innen an einen Tisch setzten, um eine Lösung zu finden.

Mit Erfolg – die RLP als größte queere Interessensvertretung der Steiermark durfte schließlich doch teilnehmen. Dass sich das Land heuer nun als unbeteiligt darstellt, wirft Fragen zur tatsächlichen Verantwortung auf.

Die Absage kam schon vor Monaten, öffentlich wird sie erst jetzt

Eine Fortsetzung der Beteiligung gibt es in diesem Jahr offenbar trotz der damaligen Einigung nicht. Die Absage an die PantherInnen erfolgte bereits vor Monaten, öffentlich gemacht wurde sie jedoch erst jetzt, da der Verein immer wieder gefragt wird, wie die Vorbereitungen für das Fest laufen.

Vereinsvorstand Joe Niedermayer zeigt sich enttäuscht: „Beim Reden kommen d’Leut zamm. Genau dafür steht die Steiermark.“ Und weiter: „Ein Volkskulturfest darf kein Platz für politischen Hickhack sein, für Menschenwürde aber sehr wohl. Denn in der Steiermark hält man zamm und lost kan hint!“

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