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[Update] Anschlag auf CSD Berlin: Ein Toter, 16 Verletzte – Polizei sucht Täter

Beim CSD in Berlin ist es am Samstagabend im Tiergarten zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Ein Fahrzeug fuhr in eine Menschenmenge, 14 Personen wurden verletzt, eine ist verstorben. Die Polizei fahndet nach dem Täter, die Veranstaltung wurde abgebrochen.

Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin hat es am Samstag einen tödlichen Zwischenfall gegeben. Laut Polizeiangaben ist im Tiergarten kurz nach 22 Uhr im Bereich der Lennéstraße ein weißer „kleinerer Wagen”, ähnlich einem Mini-Van, in eine Menschenmenge gerast.

Mittlerweile hat die Polizei ein Todesopfer bestätigt. Es gibt einer Stellungnahme der Berliner Feuerwehr zufolge 16 Verletzte, mehrere davon lebensgefährlich. Sie wurden zuerst von Ersthelfer:innen versorgt.

„Es ist heute für die queere Community ein großer Trauertag”, sagte der Berliner Queer-Beauftragte Alfonso Pantisano sichtlich erschüttert in einer ersten Stellungnahme. Er lobte die Rettungskräfte und die Besucher:innen für die schnelle Evakuierung des Geländes vor dem Brandenburger Tor.

Gab es eine zweite Tatphase nach der Amokfahrt?

Die Polizei prüft derzeit, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Dabei wird auch untersucht, ob jemand das Fahrzeug verlassen hat, um mit möglichen Stichwaffen auf Personen einzuwirken und sie zu verletzen.“

Der Tatverdächtige ist derzeit auf der Flucht

Nach dem mutmaßlichen Anschlag fuhr das Fahrzeug gegen einen Baum. Der Tatverdächtige flüchtete zu Fuß in den Tiergarten. Wie der Berliner Polizeisprecher Florian Nath mitteilte, steht das Fahrzeug jetzt in der Nähe des Ahornsteigs.

Nun sucht die Polizei mit „starken Einsatzkräften” nach dem Tatverdächtigen, unter anderem mit Hubschraubern. Wie der Tagesspiegel berichtet, wurde dafür vor dem Reichstag ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung wurde auch das Anti-Terror-Kommando GSG 9 alarmiert. 

Nähere Informationen zum Tatverdächtigen gibt es derzeit nicht, auch aus ermittlungstaktischen Gründen. Die Polizei wertet derzeit die Aussagen von Zeug:innen des Vorfalls aus. Der Hintergrund der Tat ist bislang nicht geklärt. Mittlerweile wurde ein Großteil des Tiergartens zum Tatort erklärt.

Einen Schusswechsel konnte die Polizei nicht bestätigen. Auch die Festnahme einer Person, die mit der Tat im Zusammenhang stehen soll und über die der Nachrichtensender ntv gegen 0.30 Uhr berichtete, konnte die Polizei nicht bestätigen.

Der CSD wurde sofort abgebrochen

Nach dem Vorfall brachen die Veranstalter:innen des CSD das Event sofort ab. Auf der großen Videowand am Brandenburger Tor erschien das Wort „Evakuierung”, das laufende Konzert wurde unterbrochen. Über die Instagram-Kanäle der Veranstalter wurden die Feiernden aufgefordert, das Gelände „ruhig und geordnet” zu verlassen und dabei die Siegessäule sowie den Tiergarten zu meiden. Stattdessen sollten sie sich in Richtung Hauptbahnhof bewegen.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach in einer ersten Reaktion von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft”. Nach einem friedlichen CSD sei die Versammlung „auf brutalste Art attackiert“ worden. „Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und Freunden, so der CDU-Politiker. Zugleich dankte er allen Einsatzkräften.

Größter CSD in Berlin seit Jahren

Der mutmaßliche Anschlag überschattet einen CSD, der laut den Veranstaltern in diesem Jahr größer ausfiel als in den vergangenen Jahren. Mehrere hunderttausend Menschen nahmen teil. Im Vorfeld hatten die Organisator:innen vor allem Sorge vor Übergriffen rechter Gruppen geäußert, wie sie bei CSD-Veranstaltungen in Ostdeutschland bereits vorgekommen waren. Mit einem Vorfall dieser Art hatte in Berlin jedoch niemand gerechnet.

Der Umzug mit rund 80 Wagen hatte sich an der Leipziger Straße in Bewegung gesetzt. Er zog über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz bis zur Siegessäule, wo die Abschlusskundgebung stattfinden sollte. Dort wurde schließlich der Abbruch verkündet.

Festnahme bei rechten Gegenprotesten

Bereits vor dem Zwischenfall im Tiergarten war es am Rande des CSD zu einem Vorfall gekommen: Die Polizei nahm eine Person fest, die als Anmelderin eines rechtsextremen Gegenprotests einen zuvor erteilten Platzverweis ignoriert hatte.

Zudem griffen Beamt:innen rund 15 Mitglieder einer rechten Gruppierung auf, die sich auf dem Weg zu einer Gegendemonstration befanden. Laut Polizei war diese von den Gruppen „Deutsche Patrioten Voran” (DPV) und „Jägertruppe” (JT) angemeldet worden.

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