HomeNewsSzeneAnschlag beim Berliner CSD: Veranstalter rät Betroffenen zu psychologischer Hilfe

Anschlag beim Berliner CSD: Veranstalter rät Betroffenen zu psychologischer Hilfe

Nach dem Anschlag beim Berliner CSD hat sich der Vorstand des Veranstalter-Vereins ausführlich an die Teilnehmenden gewandt und ihnen psychologische Unterstützung empfohlen - zugleich warnt der Verein vor einer Instrumentalisierung der Tat.

Nach dem Anschlag am Samstag auf den Berliner Christopher Street Day hat sich der Vorstand des Berliner CSD-Vereins mit einer Stellungnahme an die Teilnehmer:innen der Veranstaltung gewandt. „Viele von ihnen haben den Tag in einer emotional sehr belastenden Situation beendet. Was sie erlebt haben, kann lange nachwirken“, hieß es darin. Der Vorstand rät allen Betroffenen, vorhandene psychologische Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Die Stellungnahme richtet sich dabei nicht nur an jene, die am Samstag auf der Straße oder vor der Bühne standen. Auch innerhalb der eigenen Organisation reagiert der Verein auf die Ereignisse: Für das eigene Team steht eine Notfallseelsorge bereit. Damit adressiert der Vorstand ausdrücklich beide Gruppen – die Teilnehmenden der Veranstaltung ebenso wie jene, die den Christopher Street Day organisiert und an diesem Tag begleitet haben.

Vorstandsmitglied musste die Feier abbrechen

Vorstandsmitglied Marcel Voges war am Samstagabend selbst auf die Hauptbühne am Brandenburger Tor gegangen, um den feiernden Menschen mitzuteilen, dass die Veranstaltung aufgrund des Anschlags abgebrochen werden musste. Laut dem Verein war dieser Moment für viele Anwesende ein einschneidender Bruch zwischen ausgelassener Stimmung und der plötzlichen Konfrontation mit der Gefahrenlage – ein Kontrast, den der Vorstand in seiner Stellungnahme als besonders belastend beschreibt.

Danach habe sich das Organisationsteam vor allem darum bemüht, die Menschenmenge geordnet vom Platz zu leiten und den Kontakt zu Einsatzkräften sowie freiwilligen Ordnerinnen und Ordnern zu halten. In seiner Erklärung bedankte sich der Verein ausdrücklich bei allen, die am Samstag zur Sicherheit der Teilnehmenden beigetragen haben, ohne weitere Details zum Tathergang zu nennen.

Verein warnt vor politischer Instrumentalisierung

Zugleich mahnte der Vorstand in seiner Stellungnahme zur Zurückhaltung im Umgang mit dem Anschlag. Man werde nicht zulassen, dass die Tat für politische Zwecke instrumentalisiert werde, hieß es darin – eine Formulierung, die sich erkennbar gegen Versuche richtet, die Ereignisse pauschal einer bestimmten Gruppe oder einem bestimmten gesellschaftlichen Lager zuzuschreiben.

Der CSD-Verein kündigte an, sich in den kommenden Tagen weiter mit Betroffenen, Einsatzkräften und Behörden auszutauschen, und verwies erneut auf die bereitgestellten Beratungsangebote. Für viele, die den Christopher Street Day in diesem Jahr als Zeichen der Sichtbarkeit und des Zusammenhalts erlebt haben, bleibt der Abend damit vorerst vor allem mit der Frage verbunden, wie eine Veranstaltung, die für Offenheit steht, künftig geschützt werden kann.

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