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FPÖ-Wähler lehnen mehr Rechte für queere Menschen ab

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Gemeinsam mit dem Market-Institut hat die Tageszeitung Der Standard die Einstellung der österreichischen Bevölkerung zu LGBTIQ-Rechten untersucht. Dabei fielen die Antworten von FPÖ-Wählern besonders auf, da sie sich in vielen Fragen deutlich von den Anhängern anderer Parteien unterscheiden.

Drei Viertel der FPÖ-Wähler sehen genug für die Community getan

Dieser Unterschied zeigt sich am deutlichsten bei der Aussage, dass bereits genug für die homosexuelle Community getan worden sei. 46 Prozent der Anhänger der FPÖ stimmen dieser Aussage „auf jeden Fall“ zu, weitere 30 Prozent „eher schon“. Insgesamt vertreten somit 76 Prozent diese Position.

Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung liegt die Zustimmung bei 51 Prozent. Anhänger von SPÖ, Neos und Grünen äußern sich in dieser Frage also deutlich zurückhaltender.

Auch bei der Frage nach der Gleichberechtigung queerer Menschen vertreten FPÖ-Wähler eine klare Haltung. Die Mehrheit geht davon aus, dass sie in Österreich bereits voll und ganz gleichberechtigt sind und ausreichend Rechte genießen.

Skepsis gegenüber Pride und queeren Symbolen

Die Debatte um die Regenbogenparade und Regenbogenflaggen wird von der FPÖ-Wählerschaft besonders kritisch gesehen. Laut den Umfragedaten zählt diese Gruppe zu denjenigen, die Veranstaltungen wie die Pride für weniger notwendig halten und öffentliche Symbolpolitik ablehnen.

Market-Politikforscher David Pfarrhofer sieht darin keinen Zufall. „Es ist kein Zufall, dass die FPÖ dieses Thema bespielt: Sie sucht sich genau die Zielgruppe, die davon nichts mehr wissen will, und verwendet bewusst provokante Begriffe wie ‚Gender-Wahn‘“, sagt er dem Standard: „Das ist Zielgruppensprache, die die FPÖ hier spricht.“

Andere Parteien bewerten die Situation anders

Während die Mehrheit der FPÖ-Wähler von einer erreichten Gleichstellung ausgeht, zeigen sich die Anhänger anderer Parteien deutlich vorsichtiger. Insbesondere Wähler der Grünen, der SPÖ und der Neos gehen häufiger davon aus, dass homosexuelle Menschen weiterhin Benachteiligungen erfahren.

So liegt die Zustimmung zur Aussage, dass bereits genug für die LGBTIQ+-Community getan wurde, bei den Grünen lediglich bei 17 Prozent. Gleichzeitig lehnen 68 Prozent diese Ansicht ab. Auch bei SPÖ- und Neos-Wählern überwiegt die Einschätzung, dass weitere Fortschritte notwendig sind.

Bei ÖVP-Wählern zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar stimmen auch hier 54 Prozent der Aussage zu, dass bereits genug getan wurde, jedoch liegen die Werte deutlich unter jenen der FPÖ.

Gesellschaftspolitische Fragen als Konfliktfeld

Die Umfrage bestätigt, dass die Wählerschaft der FPÖ insbesondere bei gesellschaftspolitischen Themen eine deutlich restriktivere Haltung einnimmt. Dazu zählen beispielsweise die Sichtbarkeit der LGBTIQ+-Community im öffentlichen Raum, das Hissen von Regenbogenflaggen auf Behördengebäuden oder die Anerkennung eines dritten Geschlechtseintrags.

Während in der Gesamtbevölkerung bereits erhebliche Vorbehalte gegenüber diesen Themen bestehen, fallen die Ablehnungswerte unter FPÖ-Anhängern noch höher aus. Dadurch prägt die starke Position dieser Wählergruppe die Ergebnisse der Gesamtumfrage maßgeblich.

Große Unterschiede innerhalb der österreichischen Parteienlandschaft

Die Erhebung macht deutlich, wie stark die Einstellungen zu LGBTIQ+-Themen entlang politischer Linien verlaufen. Während konservative und rechte Wählergruppen vielfach von einer abgeschlossenen Gleichstellung ausgehen, sehen linke und liberale Wähler:innen weiterhin Handlungsbedarf.

Besonders die FPÖ-Wählerschaft sticht dabei hervor. Sie bewertet die gesellschaftliche Situation queerer Menschen deutlich positiver als andere Parteianhänger:innen und spricht sich mit großer Mehrheit gegen weitere Maßnahmen oder zusätzliche Sichtbarkeit der Community aus.

Die Daten stammen aus einer repräsentativen Market-Umfrage, die im Auftrag des Standard durchgeführt wurde. Befragt wurden 807 wahlberechtigte Personen in Österreich zwischen dem 23. und 28. April 2026.

Bild des Tages: Dante Colle auf Instagram

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San Francisco: Gesichtsscans in Gay-Bars sorgen bei Gästen für Unbehagen

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Laut einer Recherche des San Francisco Gazeteer verlangen mehrere Bars im queeren Viertel Castro in San Francisco von ihren Gästen nicht nur das Vorzeigen eines Lichtbildausweises, sondern auch einen Gesichtsscan. Zum Einsatz kommen demnach Ausweiskioske des Unternehmens PatronScan.

Zahlreiche persönliche Daten werden erfasst

Die Geräte erfassen verschiedene persönliche Informationen. Dazu gehören laut unserer Recherche Namen, Adressen, Geschlechtseintrag sowie weitere Daten, die mit dem Besuch der jeweiligen Lokale in Verbindung stehen. Datenschützer:innen sehen den Umstand, dass die Systeme mit anderen PatronScan-Geräten in der Umgebung vernetzt sein sollen, besonders kritisch.

Dadurch könnte eine Person, die in einer Bar auffällt oder abgewiesen wird, auch in anderen angeschlossenen Lokalen erkannt werden. Das System wirft deshalb Fragen zur Datennutzung und zur Transparenz auf.

Daten sollen teilweise gespeichert bleiben

Ergebnisse der Recherche zufolge werden die erfassten Daten grundsätzlich nach 30 Tagen gelöscht. Personen, denen sogenanntes „schlechtes Verhalten“ zugeschrieben wird, sollen jedoch weiterhin gespeichert bleiben. Die Kosten für die Betreiber liegen dem Bericht zufolge bei mehr als 4.000 US-Dollar pro Jahr und Standort.

Ein Interviewpartner äußerte gegenüber dem San Francisco Gazeteer deutliche Bedenken: „Es ist wirklich keine gute Idee, Listen von homosexuellen Menschen zu haben.“ Gerade in queeren Ausgehvierteln sei Anonymität für viele Besucher:innen weiterhin ein wesentliches Bedürfnis.

Privatfirma sammelt Daten queerer Barbesucher

Breitere Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch einen Beitrag von Eddie Kim auf der Plattform X (ehemals Twitter) am 10. Juni. Darin schrieb er: „Ich war im Mix im Castro und sie haben mein Foto sowie meine Ausweisdaten gesammelt, ohne dass ich es wusste.“

Kim ergänzte, dass die Datenerfassung Teil eines Überwachungsnetzwerks sei. Einige Menschen sorgten sich, dass ein privates Unternehmen im Jahr 2026 über umfangreiche Datenbestände zu queeren Personen verfügen könnte.

Datenschutzbedenken bei biometrischen Systemen

PatronScan bewirbt seine Systeme als Sicherheitslösung für das Nachtleben. Die Technik soll gefälschte Ausweise erkennen und Personen identifizieren, denen der Zutritt zu bestimmten Lokalen untersagt ist. Datenschutzorganisationen kritisieren jedoch seit Jahren, dass viele ID-Scan-Systeme deutlich mehr Daten sammeln als von den Gästen angenommen.

Besonders kritisch ist der Einsatz biometrischer oder biometrieähnlicher Identifikationsmethoden in Bereichen, die von marginalisierten Gruppen genutzt werden. LGBTIQ+-Personen könnten dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein, ungewollt identifiziert oder gezielt belästigt zu werden.

Forderungen nach mehr Transparenz

Die gesetzlichen Regelungen für Gesichtserkennung und biometrische Daten unterscheiden sich in den USA je nach Bundesstaat und Stadt stark voneinander. Einheitliche Standards existieren vielerorts nicht.

Die Autorin und Aktivistin Hayley Tsukayama kritisierte diese Praxis deutlich. „Menschen erwarten nicht, dass ihre Daten auf diese Weise gesammelt und gespeichert werden, wenn sie ein Lokal besuchen“, sagte sie. Es gebe eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Verbraucher:innen und der tatsächlichen Datenerfassung. Deshalb sei mehr Transparenz erforderlich, damit Gäste nachvollziehen können, welche Informationen erhoben werden und wie diese verwendet werden.

Bild des Tages: Bamboo Line von Modus Vivendi

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Mit Buddha-Statue erschlagen: Ermittler verfolgen Spur zu Grindr und Romeo

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In Mailand wurde der bekannte Konferenzdolmetscher Roberto Pietro Guerrino tot in seiner Wohnung im Stadtteil NoLo aufgefunden. Der 61-Jährige lag halb bekleidet im Wohnzimmer seiner Wohnung. Er wies mehrere schwere Kopfverletzungen auf. Ersten Erkenntnissen zufolge dürfte er kurz vor seinem Tod eine Person empfangen haben, die er über eine Dating-Plattform kennengelernt hatte.

Ermittler rekonstruieren die letzten Stunden

Die Carabinieri und die Staatsanwaltschaft Mailand arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die letzten Stunden des Opfers nachzuvollziehen. Dabei stehen Kontakte über die Dating-Apps Romeo und Grindr im Mittelpunkt. Laut den Ermittlern wird geprüft, ob sich in der Tatnacht ein Treffen in der Wohnung des Dolmetschers ereignet hat.

Noch ist unklar, wann genau Guerrino getötet wurde. Eine Zeugenaussage will ihn am Freitagabend gegen 21:30 Uhr gesehen haben.

Persönliche Gegenstände fehlen

Die Ermittler stellten fest, dass mehrere persönliche Gegenstände aus der Wohnung verschwunden sind. Nach bisherigen Erkenntnissen fehlen das Handy, der Computer und die Geldbörse des Opfers. Sie gehen jedoch nicht von einem gewöhnlichen Raubüberfall aus.

Vielmehr halten es die Ermittler für möglich, dass ein Streit zwischen Guerrino und seinem Date eskaliert ist. Dabei wird auch untersucht, ob die Forderung nach Geld bei dem Treffen eine Rolle gespielt haben könnte.

Guerrino war bereits 2023 Opfer eines Übergriffs geworden, nachdem er über eine Dating-App einen Mann kennengelernt hatte. Er wurde mehrfach bedroht und beraubt. Die Polizei konnte damals einen Verdächtigen identifizieren und anzeigen. Die Ermittler prüfen nun, ob es Parallelen zwischen den früheren Vorfällen und der aktuellen Tat gibt.

Buddha-Statuetten als mögliche Tatwaffe untersucht

Besonderes Interesse galt mehreren Buddha-Figuren, die sich in der Wohnung befanden. Guerrino hatte sich vor einigen Jahren dem Buddhismus zugewandt und zahlreiche Statuetten in seinem Zuhause aufgestellt.

Auf einigen dieser Gegenstände wurden Blutspuren entdeckt. Sie werden nun kriminaltechnisch untersucht. Experten sollen klären, ob eine der Figuren als Tatwaffe eingesetzt wurde und ob sich verwertbare Fingerabdrücke oder weitere Spuren darauf sichern lassen.

Eine Autopsie soll nähere Erkenntnisse zum Todeszeitpunkt und zur genauen Todesursache liefern. Bislang gibt es in dem Fall noch keinen Tatverdächtigen.

Förderung für queere Organisation blockiert: Slowakei droht Verlust von EU-Millionen

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Der Streit zwischen Brüssel und Bratislava um die Rechte von LGBTIQ+-Menschen spitzt sich weiter zu. Die Europäische Kommission wirft den slowakischen Behörden vor, die Auszahlung eines bereits bewilligten EU-Zuschusses an die Organisation Saplinq ohne ausreichende Begründung zu blockieren. Diese setzt sich für queere Jugendliche ein. Nun drohen der Slowakei finanzielle Konsequenzen.

Brüssel fordert Antworten

Die Kommission hat dem für die Auszahlung zuständigen Nationalen Institut für Bildung und Jugend (NIVaM) ein weiteres Mahnschreiben übermittelt. Darin fordert sie eine rasche Erklärung dafür, warum ein EU-finanzierter Zuschuss von mehr als 120.000 Euro an Saplinq trotz gültiger Vereinbarung noch immer nicht ausbezahlt wurde.

Laut der slowakischen Zeitung Denník N muss die slowakische Seite bis Ende dieser Woche Stellung zu der Causa nehmen. Außerdem will die Kommission wissen, unter welchen Umständen der langjährige Direktor der Nationalagentur, Peter Kupec, überraschend aus seiner Funktion ausgeschieden ist.

Fördermittel in Millionenhöhe gefährdet

In dem Schreiben weist die Kommission NIVaM darauf hin, dass sie ein formelles Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen die Programmregeln einleiten kann. Darüber hinaus behält sie sich vor, EU-Zuschüsse für die Slowakei zu kürzen.

Sollte der Konflikt auch das Programm Erasmus+ betreffen, könnten Fördermittel von bis zu 35 Millionen Euro gefährdet sein. Betroffen wären zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung, Jugendarbeit und Freiwilligenwesen. Dazu zählen Jugendorganisationen, Bildungsinitiativen sowie Einrichtungen, die mit Menschen mit Autismus oder im Bereich der Kinder- und Jugendpsychologie arbeiten.

Seit über einem Jahr keine Auszahlung

Die slowakische LGBTIQ+-Organisation Saplinq wartet bereits seit mehr als einem Jahr auf die Auszahlung des bereits bewilligten Zuschusses. Der entsprechende Vertrag wurde bereits im Februar des Vorjahres veröffentlicht. Nach Medienberichten hat auch ein Gericht den Anspruch der Organisation bestätigt.

Trotzdem hält NIVaM die Auszahlung weiterhin zurück. Offiziell wurde die Verzögerung zunächst mit technischen und administrativen Prüfungen begründet.

Interne Nachrichten belasten Behörden

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen interne Nachrichten, die Denník N vorliegen. Demnach haben Mitarbeiter der Behörde selbst nach den Gründen für die ausstehende Zahlung gefragt.

In einer Nachricht soll ein Verantwortlicher Folgendes geschrieben haben: „Alles wurde erledigt, die Zahlungsanweisung ist unterschrieben, nur wurde sie gestoppt, weil es LGBT betrifft.“ In weiteren Mitteilungen wird behauptet, die Anweisung zur Aussetzung sei über die Führungsebene des Instituts erfolgt und letztlich auf eine Vorgabe des Bildungsministeriums zurückzuführen.

Bildungsminister weist Vorwürfe zurück

Bildungsminister Tomáš Drucker von der linkspopulistischen Partei Hlas bestreitet jedoch, die Auszahlung aufgrund des LGBTIQ+-Bezugs des Projekts gestoppt zu haben. Gegenüber Journalisten erklärte er, sein Auftrag habe sich auf die Überprüfung sämtlicher vergleichbarer Fälle bezogen. Es sei ausschließlich darum gegangen, die Rechtmäßigkeit der Vorgänge zu prüfen.

Auch die aktuelle NIVaM-Generaldirektorin Romana Kanovská erklärte später, sie habe die Überprüfung der Abläufe rund um den Zuschuss veranlasst.

Scharfe Kritik der EU-Kommission

In ihrem jüngsten Schreiben äußert sich die Europäische Kommission besonders deutlich. Die zuständige EU-Beamtin Diana Jabłońska betont, dass eine mehr als einjährige Aussetzung eines bereits bewilligten Projekts nicht mehr als gewöhnlicher Prüfprozess bezeichnet werden könne.

Dies komme einer „de-facto-Liquidierung“ des Projekts gleich. Gleichzeitig kritisiert die Kommission, dass bislang keine transparente, nachvollziehbare oder rechtlich ausreichende Begründung für die Zurückhaltung der Fördermittel vorgelegt worden sei.

Das slowakische Bildungsministerium bestätigte den Erhalt des Schreibens aus Brüssel. Gleichzeitig betonte das Ressort, es habe keine Kompetenz, in die Verwaltung, Kontrolle oder Entscheidung einzelner Förderprojekte einzugreifen. Die weitere Bearbeitung liege in der Verantwortung von NIVaM.

Lage sexueller Minderheiten in der Slowakei verschlechtert sich

Der Konflikt spielt sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Brüssel und Bratislava in Sachen LGBTIQ+-Rechte ab. Seit der Rückkehr des populistischen Ministerpräsidenten Robert Fico an die Macht verfolgt die Regierung in gesellschaftspolitischen Fragen einen sehr konservativen Kurs.

Erst vor wenigen Monaten verabschiedete die Regierungsmehrheit eine umstrittene Verfassungsänderung. Diese legt fest, dass es nur zwei Geschlechter gibt und beschränkt Adoptionen auf verheiratete Paare – ein weiterer Schritt zur Einschränkung der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare.

FPÖ gegen Regenbogenfahne: St. Pride warnt vor Verdrängung queerer Sichtbarkeit in Neulengbach

Eine Regenbogenflagge auf dem Rathaus der niederösterreichischen Gemeinde Neulengbach sorgt derzeit für Diskussionen. Die lokale FPÖ forderte, die Flagge wieder zu entfernen. FPÖ-Gemeinderat Nikolaus Schmidt begründete dies damit, dass die österreichische Flagge bereits alle Bürger:innen repräsentiere. Die Regenbogenfahne stehe mittlerweile für eine „politische Agenda” und nicht mehr für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen.

Für den Verein „St. Pride – Queere Menschen in Niederösterreich“ kommt diese Kritik nicht überraschend. „Die alljährliche Empörung über Regenbogenfahnen ist mittlerweile ebenso vorhersehbar wie bezeichnend“, sagte Obmensch Oskar Beneder den Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN).

Verein verweist auf historische Diskriminierung

Wenn – wie jetzt durch die FPÖ – argumentiert wird, die österreichische Flagge stehe ohnehin für alle Menschen, werde dabei ausgeblendet, dass queere Menschen in Österreich über Jahrzehnte hinweg verfolgt, kriminalisiert und gesellschaftlich ausgegrenzt worden seien, so Beneder.

So gab es Sonderbestimmungen im Strafrecht, die gleichgeschlechtlich liebende Menschen diskriminiert haben – teilweise noch bis in die 2000er-Jahre. Die Geschichte zeige daher, dass Gleichberechtigung nicht selbstverständlich entstanden sei, sondern erkämpft werden musste.

„Die Regenbogenfahne ist kein politisches Symbol, sondern steht für Sichtbarkeit und Respekt“, betont Beneder. Sie macht auf Menschen aufmerksam, die lange Zeit von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen waren.

Sorge über aktuelle Entwicklungen

Der Verein verweist zudem auf bestehende Herausforderungen für queere Menschen. Als Beispiele nennt er ein fehlendes Verbot von schädlichen „Konversionstherapien”, Fragen rund um den Schutz intergeschlechtlicher Kinder sowie eine steigende Zahl von Hassverbrechen gegen queere Personen.

Vor diesem Hintergrund seien öffentliche Zeichen der Solidarität weiterhin wichtig. Die aktuelle Diskussion zeigt, dass Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz auch heute keine Selbstverständlichkeit sind.

Gestohlene Fahne am Finsterhof

St. Pride zeigt sich besonders alarmiert über einen weiteren Vorfall in Neulengbach. Kurz nach Beginn der Debatte wurde eine Regenbogenfahne vom Finsterhof gestohlen. Die Betreiberin Lisa Köhler hatte sie anlässlich des Pride-Monats aufgehängt.

„Durch solche Handlungen werden auch Argumente wie: ‚Das braucht doch heutzutage niemand mehr – es gibt doch keine Diskriminierung mehr‘, absolut widerlegt“, erklärte Köhler den NÖN nach dem Vorfall.

Für St. Pride steht der Diebstahl in einem größeren Zusammenhang. In Zeiten zunehmender Anfeindungen gegenüber queeren Menschen sei eine solche Tat ein besorgniserregendes Signal.

Neue Fahne als Zeichen der Solidarität

Von derartigen Einschüchterungsversuchen wolle man sich jedoch nicht beeindrucken lassen, heißt es bei St. Pride. „Wer glaubt, mit Diebstahl oder Einschüchterung die Sichtbarkeit verhindern zu können, irrt sich“, sagt die stellvertretende Oberperson und Pressesprecherin Tris Endl.

Jede gestohlene Fahne führe letztlich zu mehr Aufmerksamkeit und Solidarität. Deshalb kündigte der Verein an, dem Finsterhof und seiner Betreiberin eine neue Regenbogenfahne als Ersatz zu überreichen.

Mittlerweile weht wieder eine Regenbogenfahne vor dem Gelände – als Zeichen „für Toleranz, Liebe und ein buntes Miteinander“, wie Köhler betont.

Bild des Tages: Boys from Budapest – Marci

Die schönsten Männer der ungarischen Hauptstadt in einem Bildband – das bietet „Boys from Budapest“ des ungarischen Fotografen Attila Kiss. So wie Marci, der keine Scheu hat, sich vor der Kamera zu zeigen…

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Sieben ähnliche Fälle: Schwule Männer bei „Treffen“ über Dating-App angegriffen

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In Offenbach beschäftigt eine Serie von Überfällen auf schwule Männer die Ermittlungsbehörden. Den Angaben der Polizei zufolge wurden die Betroffenen über Dating-Apps kontaktiert und unter dem Vorwand eines Treffens an abgelegene Orte gelockt. Dort sollen sie von mehreren maskierten Personen angegriffen und verletzt worden sein. Seit dem vergangenen Jahr wurden insgesamt sieben ähnliche Fälle bekannt.

21-Jähriger schildert brutalen Überfall

Einer der jüngsten Vorfälle ereignete sich am 3. Juni gegen 23 Uhr im Bereich des Brunnenwegs in Offenbach. Ein 40-jähriger Mann hatte sich zuvor mit einer unbekannten Person aus dem Internet verabredet. Am vereinbarten Treffpunkt wurde er jedoch von mehreren maskierten Personen attackiert. Laut Polizeiangaben schlugen die Täter auf den Mann ein und setzten dabei auch einen „harten Gegenstand” sowie eine Reizgaswaffe ein. Das Opfer musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Nur drei Tage später kam es zu einem weiteren Überfall. Ein 21-jähriger Mann, der anonym bleiben möchte, berichtete über seine Erlebnisse. „Ich habe über eine Dating-App mit einem anderen Mann geschrieben. Wir haben uns gut verstanden“, berichtete er. Kurz darauf sei ein Treffen vorgeschlagen worden. „Das war zwar an einem relativ abgelegenen Ort, aber ich habe mir dabei noch nichts gedacht.“

Am Treffpunkt tauchten dann plötzlich mehrere maskierte junge Männer auf. „Ich habe sofort versucht zu flüchten, wurde aber festgehalten“, schilderte er. Anschließend sei eine Reizgaswaffe eingesetzt worden. Danach hätten die Angreifer auf ihn eingeschlagen und eingetreten. „Es war grauenhaft. Ich habe mich so wehrlos gefühlt.“ Bemerkenswert sei gewesen, dass die Täter während der gesamten Tat kein Wort gesagt hätten. Schließlich konnte er sich losreißen und flüchten. Eine Passantin hat den Rettungsdienst verständigt.

Auch der 21-Jährige musste medizinisch behandelt werden. „Das Schlimme sind nicht die körperlichen Verletzungen. Es ist der Schock und die daraus resultierende Angst, dass so etwas wieder geschehen könnte“, sagte er. Nach eigenen Angaben habe sich sein Sicherheitsgefühl nachhaltig verändert.

Ermittler gehen Hinweisen auf mögliche Tätergruppe nach

Auch ein weiterer Fall aus den vergangenen Monaten weist nach bisherigen Erkenntnissen ein ähnliches Muster auf. Dabei soll ein schwuler Mann ebenfalls über eine Dating-App zu einem Treffen gelockt worden sein. Auch er wurde überfallen, zu Boden gebracht und von mehreren Personen getreten. Der Mann musste noch am Tatort medizinisch versorgt werden.

Wie Polizeisprecher Thomas Leipold mitteilte, wurden bereits im vergangenen Jahr vier vergleichbare Taten registriert. Die Ermittler prüfen derzeit, ob zwischen den einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht und ob möglicherweise dieselbe Gruppe hinter den Angriffen steckt.

Fahnder hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung

Den Opferbeschreibungen zufolge soll es sich in mindestens fünf der sieben bekannten Fälle um junge Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gehandelt haben, die einem „arabischen oder südländischen Phänotyp“ entsprechen. Ob tatsächlich dieselben Täter hinter allen Angriffen stecken, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Die Polizei Offenbach bittet deshalb Zeug:innen um Unterstützung. Insbesondere Beobachtungen im Bereich des Brunnenwegs sowie der Eberhard-von-Rochow-Straße könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 069 8098-1234 entgegen.

Darüber hinaus raten die Behörden dazu, erste Treffen über Dating-Plattformen möglichst an belebten Orten zu vereinbaren und Vertrauenspersonen über geplante Verabredungen zu informieren.

Mehr als 100.000 Menschen bei Pride in Tel Aviv

Zur ersten Pride-Parade in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv seit zwei Jahren kamen Zehntausende Menschen. Nach Angaben des israelischen Senders N12 nahmen mehr als 100.000 Menschen an dem Umzug mit zahlreichen Festwagen teil. Die Teilnehmenden demonstrierten an der Strandpromenade für die Rechte von Angehörigen sexueller Minderheiten und schwenkten Regenbogenflaggen.

Rückkehr nach zwei Jahren Unterbrechung

Die diesjährige Veranstaltung markiert die Rückkehr einer der bekanntesten Pride-Paraden weltweit. Im vergangenen Jahr wurde die Parade wegen des Kriegs mit dem Iran nur wenige Stunden vor dem geplanten Beginn abgesagt. Bereits 2024 war die Veranstaltung wegen des Gaza-Kriegs ausgefallen. Damals fand stattdessen eine Trauerzeremonie zum Gedenken an die Opfer des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 statt.

Tel Aviv gilt als Zentrum der LGBTIQ+-Community in Israel und wird häufig als queere Hauptstadt des Nahen Ostens bezeichnet. Die Pride-Parade wird dort seit 1998 veranstaltet und zieht regelmäßig Besucher:innen aus dem In- und Ausland an.

Konzerte entlang der Strandpromenade

Die Parade wurde von mehreren Konzerten entlang der Küstenpromenade begleitet. Zu den auftretenden Künstler:innen gehörte auch Yuval Raphael. Die Sängerin hatte beim Eurovision Song Contest im vergangenen Jahr dank eines starken Publikumsvotings den zweiten Platz erreicht.

Die Veranstaltung verlief in einer festlichen Atmosphäre. Tausende Menschen säumten die Strecke entlang der Küste, während Musik und Tanz das Bild der Parade prägten.

Berichte über Einschränkungen politischer Botschaften

Mehrere Medien berichteten jedoch auch über Zwischenfälle, die im Zusammenhang mit politischen Botschaften standen. Demnach trugen einige Teilnehmende T-Shirts mit Aufschriften gegen den rechtsextremen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Eine Frau soll deshalb keinen Zutritt zur Parade erhalten haben.

Zudem soll die Polizei in mehreren Fällen verhindert haben, dass Teilnehmer:innen regierungskritische Schilder zeigten. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gilt als die politisch am weitesten rechts stehende in der Geschichte Israels. Mehrere Mitglieder des Kabinetts haben sich in der Vergangenheit offen queerfeindlich geäußert.

Erinnerung an tödlichen Angriff

Bei Pride-Veranstaltungen in Israel spielt Sicherheit weiterhin eine wichtige Rolle. Im Jahr 2015 hatte ein strengreligiöser Jude während der Parade in Jerusalem eine 16-Jährige erstochen. Ein Gericht verurteilte den Täter später zu lebenslanger Haft sowie zu weiteren 31 Jahren Gefängnis.

In Israel fällt das Wochenende auf Freitag und Samstag. Deshalb findet die große Pride-Parade in Tel Aviv traditionell an einem Freitag statt.