Sonntag, 14. April 2024
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Lebenslange Haft für Jerusalem-Pride-Attentäter

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In Israel wurde der ultraorthodoxe Jude Yishai Schissel, der bei der letztjährigen Jerusalem Pride die 16-jährige Shira Banki erstochen hatte, zu lebenslanger Haft verurteilt. Bei dem Anschlag wurden fünf weitere Teilnehmer der Parade verwundet. Das Gericht sprach ihn des Mordes und fünffachen versuchten Mordes für schuldig.

Wie sich später herausstellte, hatte Schissel schon im Jahr 2005 versucht, die Jerusalem Pride zu attackieren. Damals wurde er verhaftet und verurteilt, nur wenige Wochen vor der letzten Parade durfte er das Gefängnis verlassen.

Der Prozess erwies sich als schwierig, weil Schissel die Legitimität des Gerichts nicht anerkannte und auch keinen Verteidiger haben wollte. Während des Prozesses rief er: „Die Pride-Parade muss gestoppt werden, damit die Seele von Shira Banki in den Himmel aufsteigen kann. Wenn ihr euch für ihr Wohlergehen sorgt, müsst ihr aufhören, gegen Gott zu handeln. Die Teilnehmer der Parade bringen großen Schaden über die israelische Nation.“

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Vertreter der LGBT-Community sind nun beruhigt. „Nichts kann den enormen Schmerz heilen, den wir nach der bösartigen Attacke und dem Tod des unschuldigen Mädchens noch immer fühlen“, sagt Tom Canning vom Jerusalem Open House gegenüber der britischen Nachrichtenseite PinkNews: „Unsere Gemeinschaft leidet noch immer an dem Trauma und der Angst vor Gewalt, die die Ereignisse dieses Tages ausgelöst haben.“

Einschüchtern lassen sich die Veranstalter der Jerusalem Pride von Schissels Tat allerdings nicht. „Wir bereiten schon die Jerusalem Pride vom 21. Juli 2016 vor und werden stolz auch weiterhin Werbung für Toleranz und uneingeschränkte Liebe in Israel machen“, so Canning weiter.

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