[Video] Rosenstolz gegen Bushido-Bambi

Für heftige Proteste sorgt die Verleihung des „Bambi“ an den Rapper Bushido. Der Burda-Verlag, zu dem unter anderem „Bunte“, „Focus“, die „Superillu“ oder die deutsche Ausgabe des „Playboy“ gehören, hat dem Berliner für seine Vorbildwirkung bei der Jugend gestern bei einer glanzvollen Gala den „Integrations-Bambi“ verliehen.

Allerdings fiel der Rapper, der bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, in der Vergangenheit nicht gerade durch ausgewogen tolerante Worte auf. Trotzdem war der Burda-Verlag der Meinung, dass literarisch hochwertiges Reimwerk wie „Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund/ Ein Schwanz in die F***e, jetzt wird richtig gebumst“ einen „wertvollen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis sozialer Gruppen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln“ leiste, wie es in der Begründung der Jury heißt. Neben seinen frauenfeindlichen Texten hetzt der Deutsch-Tunesier auch immer wieder gegen Schwule.

Das führte auch während der Veranstaltung zu heftiger Kritik. Der offen schwule „Rosenstolz“-Sänger Peter Plate, der gemeinsam mit AnNa R. den Bambi in der Kategorie „Comeback“ bekam, machte bei seiner Dankesrede klar, was er von der Preisverleihung an seinen Kollegen hielt: Es sei sicher richtig, dass Menschen „einander neue Chancen geben“ und nach langer Auszeit auch wieder eine Rückkehr ermöglichten. „Aber was ich nicht korrekt finde ist, einen Musiker so wenige Jahre, nachdem er frauenfeindliche, schwulenfeindliche und im Endeffekt menschenverachtende Texte veröffentlicht hat, auszuzeichnen“, setzt Plate fort und erntet dafür Applaus.

Ebenso hart fällt auch die Kritik der Politiker aus: „Wer Frauen- und Schwulenverachtung propagiert, hat keinen Preis für gelungene Integration verdient“, sagte der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auch das Frauenhilfswerk Terre des Femmes (Berlin) nannte die Entscheidung für Bushido „fatal“.

Nur einer dürfte von den Protesten überrascht worden sein: Bushido selbst wurde eigenen Angaben zufolge von der „negativen Hysterie“, wie er sagt, „überrascht“. „Lasst uns nach vorne blicken“, so Bushido weiter. Er sei zum Dialog bereit, ließ der Rapper nach der Preisverleihung verlautbaren. Halbherzig distanzierte er sich auch von den kritisierten Texten: Er werde heute ganz bestimmt nicht mehr das sagen, was er vielleicht vor zehn Jahren gesagt habe. Er habe gelernt, „dass das, was ich gemacht habe, falsch war“, so Bushido leicht beschämt bei seiner Dankesrede.