Madonna verursachte in St. Petersburg ‚kolossalen moralischen Schaden‘

Für Madonna wird es offenbar ernst: Ein Gericht in St. Petersburg prüft eine Schadenersatzklage gegen den Popstar. Sie soll die religiösen Gefühle einiger Besucher ihres Konzerts in der russischen Millionenstadt verletzt haben – und gegen das umstrittene Anti-Schwulenpropaganda-Gesetz verstoßen haben.

Weil sie während ihres Konzertes die Lesben und Schwulen in St. Petersburg bestärkt und das Gesetz kritisiert hatte, das Propaganda für Homosexualität im Beisein von Minderjährigen verbietet, droht ihr eine Geldstrafe von 12.400 Euro.

Sie hatte während ihres Konzerts rosa Armbänder als Zeichen der Toleranz und Solidarität verteilen lassen und forderte „Respekt, Toleranz und Liebe“ für Schwule und Lesben in St. Petersburg. Auf ihrem Rücken prangte der Schriftzug „Keine Angst“.

Besonders pikant: Befürworter des umstrittenen Gesetzes haben selbst ihre Kinder zum Konzert mitgenommen und Madonnas Worte als Beweismittel mitgefilmt.

Homo-Gegner kämpfen gegen Madonna auf zwei Fronten

Weil diese Strafe die mehrere Millionen schwere Madonna aber nicht wirklich jucken dürfte, gehen die Homo-Gegner von St. Petersburg noch einen Schritt weiter: Weil sie während des Konzerts auf ein orthodoxes Kreuz trat, habe sie die „religiösen Gefühle gläubiger Konzertbesucher“ verletzt und einen „kolossalen moralischen Schaden“ verursacht. Deshalb fordern neun Kläger nun umgerechnet 3,2 Millionen Euro von der Pop-Ikone, erklärt Darja Dedowa von der Interessengruppe „Gewerkschaft der Bürger Russlands“.