London: Fetisch-Institution „The Hoist“ sperrt zu

Betreiber hatte nach mehr als 20 Jahre keine Lust mehr, den beliebten Club weiter zu betreiben

The Hoist
The Hoist

Einer der bekanntesten Fetisch-Locations von London sperrt zu: „The Hoist“ in Vauxhall hat angekündigt, nach 21 Jahren seine Pforten für immer zu schließen. Entsprechende Gerüchte über den Club im Süden Londons hat es innerhalb der Szene schon länger gegeben. Der letzte Tag, an dem das „Hoist“ offen hat, wird der 11. Dezember sein.

Nun bestätigt Guy Irwin, der Betreiber des „Hoist“, die Schließung. „Wir wurden nicht gezwungen, die Location zu verlassen und das Geschäft läuft nicht schlecht. Im Gegenteil: In den letzten Wochen war es unglaublich gut“, widerspricht er gegenüber dem Online-Portal GayStarNews entsprechenden Gerüchten.

„Wir wollten Schluss machen, wenn’s am schönsten ist“

„Ehrlich gesagt, wir haben ‚The Hoist‘ vor 21 Jahren aufgesperrt. Es sollte nur zwei Jahre offen haben. Daraus wurden sieben Jahre, dann zehn, dann zwölf, dann 15. Jetzt, nach 21 Jahren, hatten ich und [Irwins Ex-Partner, Anm.] Kurt einfach genug. Wir haben uns entschlossen, es wie ABBA zu machen und auf dem Höhepunkt Schluss zu machen. Wir wollten an der Spitze gehen“, erklärt Irwin die Gründe für die Schließung. Das Lokal gehörte zu den bekanntesten Clubs für Freunde in Leder, Rubber, Uniform oder anderen Fetisch-Outfits.

„Es war großartig, aber ich hatte genug. Ich werde nächste Woche 56 und lebe ein ruhiges Leben mit meinem Mann und unseren zwei Hunden am Land in Norfolk“, so Irwin zu GayStarNews. Das letzte Mal wird „The Hoist“ am Sonntag, dem 11. Dezember seine Pforten öffnen.

Kein neuer Club am gleichen Ort

Die Location des Lokals, in den Bögen eines Eisenbahn-Viaduktes, gehört Network Rail. Diese hat letzten Informationen zufolge keine Absicht, den Ort an einen weiteren Nachtclub zu vermieten.

In London haben in den letzten Jahren einige der bekanntesten Schwulenbars ihre Pforten geschlossen. Darunter waren unter anderem das „Black Cap“, das „Richmond Arms“, das „Joiners Arms“, „Madame Jojo’s“ und das George & Dragon. Grund dafür sind unter anderem die gestiegenen Immobilienpreise in London. Oft wurden die Lokale durch Franchise-Gastronomie ersetzt oder die Häuser abgerissen, um dort Luxus-Wohnungen zu bauen.