Taiwan: 130.000 Menschen bei größter LGBT-Parade in Asien

Die Taipeh Pride stand ganz im Zeichen einer homophonen Volksabstimmung

Taipeh Pride
guoyang510/Twitter

Mehr als 130.000 Menschen haben in Samstag in den Straßen von Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, die alljährliche Gay Pride gefeiert. Den Veranstaltern zufolge war es die höchste Teilnehmerzahl seit der ersten Parade vor 16 Jahren. Die Taipeh Pride gilt als größte Veranstaltung für die Rechte von LGBT in ganz Asien. 

Auch in Taiwan bedroht eine Volksabstimmung LGBT-Rechte

Einer der politischen Schwerpunkte bei der diesjährigen Parade war eine Volksabstimmung über LGBT-Themen, die am 24. November in Taiwan stattfindet. Dabei sollen die Wähler unter anderem über die Öffnung der Ehe und eine Liberalisierung des Lehrplans in Sexualfragen abstimmen.

Zwar hat das Taiwanesische Höchstgericht die Ehe bereits 2017 angeordnet, dass die Ehe innerhalb von zwei Jahren für schwule und lesbische Paare geöffnet werden muss. Allerdings gibt es bei der Umsetzung wegen des starken Widerstands der konservativen Opposition kaum nennenswerte Fortschritte.

Taiwan ist eines der liberalsten Länder Asiens, wenn es um LGBT-Rechte geht

Daraufhin haben Gegner der Ehe-Öffnung das Referendum erzwungen: Wie auch in einigen osteuropäischen Ländern sammelte eine konservative Allianz, in Taiwan mit dem Namen „Glück für die nächste Generation“, Unterschriften – hier mehr als 600.000 – um die Ehe-Öffnung doch noch zu verhindern.

Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von Taiwan ist das Land das einzige auf dem Kontinent, das vor einer Gleichstellung sexueller Minderheiten im Eherecht steht.