Donnerstag, 20. Juni 2024
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Corona: 85 Prozent der Schwulen hatten keine Sexdates mehr

Australische Studie zeigt eindeutige Resultate

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Deutlich weniger Sex hatten schwule Männer während der Corona-Krise. Das geht aus einer australischen Studie hervor, die im Fachmagazin JAIDS veröffentlicht wurde.

Die meisten schwulen und bisexuellen Männer hielten sich an die Pandemie-Regeln

Für die Studie des Kirby Institute waren im April insgesamt 940 schwule oder bisexuelle Australier befragt worden. Von ihnen gaben fast 95 Prozent an, in den letzten sechs Monaten Sex mit verschiedenen Männern oder Gruppensex gehabt zu haben. Doch das änderte sich mit dem Lockdown, der in Australien am 21. März begonnen hatte, radikal.

So hatten 84,2 Prozent der Männer, die vor der Pandemie Sex mit spontanen Partnern hatten, während des Lockdowns auf die diese Praxis verzichtet. Nur 15,8 Prozent der Befragten hatten trotz der Pandemie-Regeln weiterhin Spaß mit Spontan-Dates.

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„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der schwulen und bisexuellen Männer ihr Verhalten angepasst hat und sich an die Richtlinien zur physischen Distanz hält“, erklärte Mohamed A. Hammoud von der Universität von New South Wales, der die Studie geleitet hatte, dem australischen Szenemagazin Q News.

Auch weniger sexuell übertragbare Krankheiten?

Diese Enthaltsamkeit könnte nun dazu führen, dass es zu einer „kurzzeitigen Reduktion“ der Infektionen mit HIV und anderen Geschlechtskrankheiten gekommen ist. Die Studienautoren hoffen nun, dass so auch Infektionsketten durchbrochen worden sein könnten.

„Unsere Community hat eine lange Geschichte darin, innovative Strategien zu entwickeln, um das Risiko zu senken. Wir sehen eine Weiterentwicklung dieser Strategien bei der neuen gesundheitlichen Herausforderung“, erinnerte Hammoud an die Aids-Krise.

Als nächstes Projekt wollen die Forscherinnen und Forscher untersuchen, welche seelischen Auswirkungen die Corona-Krise auf die queere männliche Bevölkerung gehabt hat.