Fidel Castro entschuldigt sich für Homo-Verfolgung in Kuba

Der kubanische Revolutionsführer und ehemalige Staatschef Fidel Castro hat sich für die Verfolgung von schwulen Männern entschuldigt, die in den 1960er- und 1970er-Jahren auf der Karibikinsel stattgefunden haben.

In einem Interview mit der mexikanischen Zeitung „La Journada“ sprach Castro, dass es gegen die schwule Community in Kuba „große Ungerechtigkeiten“ gegeben hatte. Und fügte hinzu: „Wenn jemand dafür verantwortlich ist, bin ich das“.

Castro war von 1959 bis 2009 Staats- und Parteichef des kommunistischen Kuba. Er betonte in dem Interview, persönlich keine Vorurteile gegen Lesben und Schwule zu haben. Allerdings galt Homosexualität als „korrupte Auswirkung des Kapitalismus“. Schwule Männer wurden in Arbeitslager gesperrt, wo sie umerzogen und von ihren „konterrevolutionären Neigungen“ geheilt werden sollten.

Die Einstellung zu Homosexualität in Kuba änderte sich erst 1979, als gleichgeschlechtlicher Sex teilweise entkriminalisiert wurde. Ein gleiches Schutzalter für Homo- und Heterosexualität wurde erst 1992 eingeführt.

In den letzten Jahren versucht Kuba verstärkt, Lesben, Schwulen und Transgendern mehr Rechte zu geben. Hinter den Bemühungen steckt Mariela Castro, Direktorin des Kubanischen Nationalen Zentrums für Sexualerziehung. Die Nichte von Fidel und Tochter des jetzigen Staatschefs Raúl Castro kämpft derzeit darum, Homosexualität im kubanischen Familienrecht anerkennen zu lassen.