Richard Chamberlain warnt junge Schauspieler vor Outing

Auch, wenn sich der Schauspieler Richard Chamberlain mittlerweile geoutet hat – seinen jungen schwulen Kollegen rät der 76-Jährige von diesem Schritt ab: Homosexualität sei in Hollywood noch immer ein Tabuthema, sagt er in einem Interview mit dem amerikanischen Lesben- und Schwulenmagazin „The Advocate“.

Chamberlain betonte, er halte es für „bedauerlich, herzlos und unmoralisch“, dass junge schwule und lesbische Schauspieler nicht offen zu ihrer sexuellen Orientierung stehen könnten. Dies wäre „dumm und gefährlich“, weil schwule Darsteller noch immer große Probleme hätten, lukrative Rollen zu erhalten: „Homophobie ist in unserer Kultur immer noch zu verbreitet. Deshalb rate ich allen schwulen Hauptdarstellern, ihr Coming-Out zu verschieben“, spricht Chamberlain klare Worte. Und er ergänzt: „Es ist immer noch zu gefährlich, darüber zu sprechen.“ Bis Homosexualität in Hollywood akzeptiert sei, würde es noch sehr lange dauern, vermutet der Schauspieler.

Er weiß wovon er spricht: Seinen großen Durchbruch hatte er 1983 im Fernseh-Vierteiler „Die Dornenvögel“. In seiner Rolle als Pater Ralph de Bricassart wurde er zum Frauenschwarm einer ganzen Generation. Wie seine Rolle lebte der Schauspieler jahrzehntelang eine Lüge: Geoutet hat sich Chamberlain erst 2003 in seiner Biografie „Shattered Love“. Zu sehr hatte er Angst, keine Rollenangebote mehr zu bekommen.

Die Angst war unberechtigt: Nach einer Gastrolle in der Kultserie „Desperate Housewives“ spielt er jetzt in der US-Hitserie „Brothers and Sinters“ einen HIV-positiven Schwulen.