HIV-Positive leben immer länger

HIV-Positive können heute bis zu fünfzehn Jahre länger leben als noch vor einem Jahrzehnt – wenn der Virus rechtzeitig diagnostiziert wird. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bristol, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde.

Wie Studienleiterin Margret May erklärt, liegt das an der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) Ende der 90er Jahre. Sie hat HIV-Positive untersucht, die zwischen 1996 und 2008 mit einer Therapie begonnen haben. Ihren Berechnungen zufolge lebt ein 20-Jähriger, der sich mit dem Virus infiziert, durchschnittlich noch 46 Jahre. Ende der 1990er Jahre waren es noch 15 Jahre weniger. Trotzdem: Die Lebenserwartung liegt nach wie vor 13 Jahre niedriger als beim Durchschnitt der Briten.

Entscheidend ist nach Mays Studien, dass so früh wie möglich mit der Therapie begonnen wird: Wenn ein 20-Jähriger seine Therapie bei einer CD4-Zellzahl zwischen 200 und 350 pro Mikroliter Blut beginnt, kann er auf weitere 53 Jahre hoffen, bei einer Zellzahl unter 200 sinkt die Lebenserwartung auf 38 Jahre.

Als Reaktion auf die Studie forderte die größte britische HIV/Aids-Organisation, der Terrence Higgins Trust (THT), mehr HIV-Tests. „Es ist viel besser, wenn man weiß, dass man HIV hat. Eine späte Diagnose und spätere Behandlung bedeuten, früher zu sterben“, so Generaldirektor Sir Nick Patridge. Er betont allerdings, dass eine HIV-Infektion nach wie vor das Leben stark beeinträchtige. „Es hat sich zwar viel verändert nach 30 Jahren, aber Kondome sind nach wie vor der beste Weg, um Sie und Ihren Partner vor HIV zu schützen“, so Patridge.