Sieg von Conchita Wurst eine ‚Verschwörung der Gender-Lobby‘?

Ist der Sieg von Conchita Wurst beim Song Contest eine böse Verschwörung? Das glaubt zumindest die Jugendorganisation der rechtspopulistischen Schweizer SVP im Kanton Solothurn.

Denn die Junge SVP Solothurn ist sich sicher: Der Sieg von Conchita Wurst sei „eine abgekartete Marketing-Aktion einer Gender-Lobby, die solche Lebensformen als normal verkaufen will, um politische Anliegen durchzudrücken“, so Marco Giglio, Sekretär der JSVP Solothurn, gegenüber der Schweizer Zeitung „20 min“. Man vermute weiters, die „verräterische Übung“ ziele darauf ab, die „naturgegebenen Geschlechter anzugreifen“.

Das sei ein Frontalangriff auf Ehe, Heterosexualität und die „natürliche Lebensweise“, ist sich die JSVP Solothurn sicher. Man fordert nun vom Schweizer Fernsehen eine neutrale und unabhängige Untersuchung. Denn dessen Pflicht sei es nicht „Egoismen zu bewirtschaften, sondern zu tun, was richtig und wahr ist“.

Doch selbst innerhalb der eigenen Partei ist diese Position nicht wirklich mehrheitsfähig. Anian Liebrand, Präsident der Schweizer JSVP, betont gegenüber „20 min“ zwar, gegen Gender Mainstreaming zu sein – wie Conchita Wurst zur Siegerin des Song Contest gekürt wurde, möchte er aber nicht beurteilen. Und für SVP-Generalsekretär Martin Baltisser habe der Song Contest „nichts mit Politik zu tun. Wenn die Junge SVP Solothurn das anders sieht, ist das ihre Sache“, betont er.