Vorarlberger Primar gegen Blutspende für Schwule

Dass der Europäische Gerichtshof ein generelles Verbot der Blutspende für schwule Männer als diskriminierend kippen könnte, sorgt auch in Österreich für Diskussionen. In Vorarlberg möchte man Homosexuelle aber eher nicht beim Blut spenden sehen.

Wie GGG.at berichtet hat, fordert die Antidiskriminierungsstelle des Landes Steiermark, dass die entsprechenden Formulare geändert werden – und künftig nicht Risikogruppen, sondern Risikoverhalten abgefragt wird. Doch in Vorarlberg gehen die Uhren offenbar anders.

Denn für Primar Peter Frauenberger vom zentralmedizinischen Labor am LKH Feldkirch hat ein Blutspendeverbot für schwule Männer nichts mit Diskriminierung zu tun. „Ziel ist es natürlich, eine möglichst saubere Konserve zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört im Wesentlichen, die Risikogruppen auszuschließen.“, erklärt Frauenberger dem ORF Vorarlberg.

Das würde auch 50 Millionen Engländer betreffen, obwohl nur ein kleiner Teil von ihnen den BSE-Erreger in dich trage. „Wenn einer meiner Ärzte oder ich [den Spender] trotzdem zulassen und es würde der ganz seltene Fall einer Infektion stattfinden, dann geht einer von uns ins Gefängnis“, erklärt der Primar seine Skepsis gegenüber schwulen Blutspendern.

Er glaube auch nicht, dass die Europäische Union „aus medizinischer Sicht diese Richtlinien über Nacht total abändern werde“, heißt es im Beitrag des ORF Vorarlberg weiter. Allerdings: Dort gibt es seit 2004 eine Richtlinie, die verbietet, Männer grundsätzlich vom Blutspenden auszuschließen, weil sie Sex mit Männern hatten. Das bestätigte im Februar 2012 der zuständige EU-Kommissar für Gesundheits- und Verbraucherschutz, John Dalli.