Jamaika: Lage für Lesben und Schwule wird immer schlechter

Die Lage von Lesben und Schwulen in Jamaika verschlechtert sich weiter. In einem aktuellen Bericht kritisiert die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) die Gewalt, der Homosexuelle auf der Karibikinsel ausgesetzt sind.

Lesben und Schwule sind demnach auf Jamaika häufigen Übergriffen im Alltag ausgesetzt. Sie würden bedroht und verprügelt, vertrieben oder vergewaltigt – manchmal bezahlen sie ihre sexuelle Orientierung auch mit dem Leben. Insgesamt 56 schwere Fälle von Gewalt dokumentierte HRW im letzten Jahr.

Die Behörden seien bei der Aufklärung keine Hilfe, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Viele Ermittlungen würden wegen der starken Homophobie innerhalb der Polizei erfolglos bleiben, so Human Rights Watch. Sie fordern deshalb die Regierung auf, in einem ersten Schritt die veralteten Gesetze gegen Homosexualität abzuschaffen. So wird das „verabscheuungswürdige Verbrechen des Analverkehrs“ mit bis zu 10 Jahren Haft oder Zwangsarbeit bestraft. Der Versuch wird mit bis zu sieben Jahren Haft geahndet, „grobe Sittlichkeitsvergehen“ können Lesben und Schwule zwei Jahre ins Gefängnis bringen.