Lesben- und Schwulenparade in Venedig? Bürgermeister gegen ‚Kitsch‘

Venedig braucht keine Lesben- und Schwulenparade. Das machte der Bürgermeister der Lagunenstadt in einem Interview klar.

Eine solche Veranstaltung sei ein „Scherz, der ultimative Kitsch“ – und so etwas gebe es „in meinem Venedig“ nicht, erklärte Luigi Brugnaro. „Lass sie nach Mailand gehen oder das zu Hause machen“, fügte er hinzu. Homophob will der Bürgermeister allerdings mit diesen Einstellungen nicht sein. Er habe schwule Freunde, betonte Brugnaro.

Italienische Aktivisten planen trotz der Einstellung des Bürgermeisters, nächstes Jahr eine Lesben- und Schwulenparade in Venedig durchzuführen. „Wir laden den Bürgermeister ein, an der Spitze der Parade mit uns zu marschieren. So kann er sehen, was eine Lesben- und Schwulenparade wirklich ist.“

In dem Interview nahm Brugnaro auch ausführlich zu den Vorwürfen von Elton John Stellung. Der Sänger griff den Bürgermeister an, weil dieser homofreundliche Bücher aus Bibliotheken und Schulen entfernen ließ. „Es ist arrogant, weil er drei Jahre lang keinen Fuß auf Venedig gesetzt hat“, erklärt er. „Seine Familie, zwei Männer und Kinder, ist unnatürlich“, macht Brugnaro seine Position deutlich.