Ägypten: Zwölf Männer wegen Homosexualität verhaftet

In einem Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind letzten Sonntag elf Männer festgenommen werden, denen vorgeworfen wird, schwul zu sein. Das berichtet die staatliche Zeitung „Al-Ahram“.

Sie wurden in zwei Wohnungen verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, über das Internet sexuelle Dienste angeboten zu haben. In der Vergangenheit war dies für die Behörden allerdings immer wieder ein willkommener Vorwand, um Männer zu verhaften, die einvernehmlich Sex hatten.

Die ägyptische Militärregierung unter General al-Sisi geht in den letzten Monaten verstärkt gegen Homosexuelle vor, um sich den Ruf des Bewahrers traditionelle Werte zu sichern: So wurden im Dezember 2014 insgesamt 26 Männer teils unbekleidet aus einem Hamam verhaftet, weil sie an „homosexuellen Orgien“ teilgenommen haben sollen. Vor Gericht wurden die Männer allerdigs freigesprochen.

Doch die sind kein Einzelfall: Nach Beobachtungen von Menschenrechtsorganisationen könnten in Ägypten pro Jahr mehr als 150 Männer wegen des Verdachtes der Homosexualität verhaftet worden sein. Berichten zufolge werden sie auch in den Gefängnissen des Landes durch menschenrechtswidrige Anal-„Untersuchungen“ erniedrigt und vergewaltigt.