Montag, 17. Juni 2024
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Theresa May: Pragmatikerin und Öffnerin der Ehe

Das ist die Position der neuen britischen Premierministerin zu LGBT-Themen

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Heute wird die bisherige britische Innenministerin Theresa May zur Premierministerin gekürt. Nach dem Rückzug ihrer einzigen verbliebenen Gegenkandidatin Andrea Leadsom am Montag wird sie Vorsitzende der Konservativen – und nach dem heutigen Rücktritt von David Cameron Premierministerin des Vereinigten Königreichs. Bei LGBT-Fragen gilt die neue starke Frau in Downing Street 10 als pragmatisch-befürwortend.

Stimmte zunächst gegen Homo-Rechte

Das war nicht immer so: Im Jahr 1998 hatte May, streng gläubige Tochter eines anglikanischen Pastors, gegen eine Gleichstellung des Schutzalters zwischen homo- und heterosexuellen Personen gestimmt. Im Jahr 2002 stimmte Theresa May, in der Opposition, der Fraktionslinie entsprechend gegen Adoptionsrechte für gleichgeschlechtliche Paare – anders als etwa der spätere Schatzkanzler George Osborne oder der Londoner Bürgermeister Boris Johnson. Auch die von Labour erlassenen Gesetze gegen Diskriminierung kritisierte sie. Allerdings stimmte sie 2004 für die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für schwule und lesbische Paare.

In der Regierung von Premierminister David Cameron unterstützte sie allerdings dessen LGBT-freundliche Politik: So unterstützte die 59-Jährige im Amt die zuvor kritisierten Antidiskriminierungsgesetze und sprach sich für eine völlige Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare im Adoptionsrecht aus.

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Theresa May: Maßgebliche Kraft hinter der Öffnung der Ehe

Auch hielt die spätere Innenministerin Ehe-Öffnung als Thema – auch in der eigenen Partei – am Köcheln und war in koalitionsinternen Gesprächen maßgeblich an der Öffnung der Ehe in Großbritannien beteiligt.

In Asylfragen gilt Theresa May als Hardlinierin. Das betrifft auch Flüchtlinge, die einer sexuellen Minderheit angehören: Im Jahr 2014 kam an die Öffentlichkeit, dass das von ihr geführte  Innenministerium LGBT-Asylsuchende mit erniedrigenden Fragen zu ihrem Sexleben konfrontierten. May versprach eine Untersuchung.